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Wie verlässlich sind Gütesiegel bei Reiseveranstaltern?

Wie verlässlich sind Gütesiegel für Reisen?

30.10.2012, 14:52 Uhr | iw (CF)

Wie verlässlich sind Gütesiegel bei Reiseveranstaltern?. Nachhaltig Urlaub setzt auch Möglichkeiten für Aktivitäten wie Radtouren voraus. (Quelle: imago images/Blickwinkel)

Nachhaltig Urlaub setzt auch Möglichkeiten für Aktivitäten wie Radtouren voraus. (Quelle: Blickwinkel/imago images)

Viele Deutsche legen mittlerweile Wert auf einen "ökologischen" Urlaub. Gütesiegel bei Reiseveranstaltern kommen den Wünschen der Kunden dabei entgegen und versprechen genau dies. Doch woher stammen solche Zertifikate überhaupt? Welche Kriterien müssen erfüllt sein? Und wie verlässlich sind sie wirklich?

Nachhaltigkeit als wichtiges Kriterium

Wenn es um biologisch „korrekte“ Lebensmittel oder auch Kleidung geht, sind anerkannte Gütesiegel eine gute Orientierung für umweltbewusste Verbraucher. Die gleiche Aufgabe sollen auch Gütesiegel bei Reiseveranstaltern haben, denn vielen Reisenden ist es wichtig, dass ihr Urlaub den wichtigsten Umweltstandards und Richtlinien eines nachhaltigen Tourismus entspricht. Etwa 20 Prozent aller Deutschen legen Wert auf den so genannten „sanften Tourismus“, berichtet die ARD und beruft sich dabei auf die Ermittlungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK). Aufgrund der hohen Anzahl verschiedener Gütesiegel bei Reiseveranstaltern entsteht bei Verbrauchern allerdings Verwirrung. Denn kaum einer kann beurteilen, woher ein solches Zertifikat stammt und ob es verlässlich ist. (Hotelbewertungen im Internet: Sind sie eine echte Hilfe?)

Das genau bedeutet Ökotourismus

Sogenannte Ökoreisen lassen sich nicht genau definieren. Grundsätzlich soll bei diesen Reisen allerdings darauf geachtet werden, dass der Natur durch den Tourismus so wenig wie möglich geschadet wird. Das kann durch umweltverträgliche Anreise- und Fortbewegungsmöglichkeiten, den Verzicht  auf Flugreisen, die Wahl nachhaltig wirtschaftender Hotels und Gastronomie sowie dem Wählen umweltfreundlicher Aktivitäten (Wandern, Fahrrad fahren, etc.) gewährleistet werden. Insbesondere für Hotels und Gastronomie gibt es daher zahlreiche Siegel, die dem Reisenden eigentlich helfen sollen.

Unübersichtliche Vielzahl von Gütesiegeln bei Reiseveranstaltern

Europa- und weltweit gibt es unzählige Siegel, die von unterschiedlichen Initiativen (öffentliche, private und partnerschaftlich öffentlich-private) konzipiert und vergeben werden. Bei zahlreichen Organisationen sind die Prüfvorschriften und Kriterien auch öffentlich einsehbar, um die Einstufung nachzuvollziehen. Dennoch: Ein großes Problem der Gütesiegel liegt darin, dass ihre Kriterien nicht einheitlich angesetzt werden, kritisiert Catrin Krueger vom Bundesamt des Vereins "Die Verbraucher-Initiative e.V" gegenüber der ARD den Zertifizierungstrend. Sie empfiehlt  Reiseveranstaltern,  sich auf ein einheitliches Nachhaltigkeitslabel zu verständigen, um für Verbraucher mehr Transparenz  zu schaffen.

Häufig verwendete Siegel sind das sogenannte "Travelife" und das "CSR". Aber auch auf das europäische Umweltzeichen - die EU-Blume, das Schweizer Steinbocklabel oder das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderte Viabono Siegel sollten Sie achten. Weltweit existieren laut Angaben des WAZ-Portals "Der Westen" mittlerweile aber über 100 verschiedene Gütesiegel bei Reiseveranstaltern, deren Kriterien sich untereinander kaum vergleichen lassen, und auch in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit schwer einzuschätzen sind. (Was Formulierungen im Reisekatalog wirklich bedeuten)

Hilfe für Verbraucher

Wer sich doch durch den Dschungel der Gütesiegel kämpfen möchte, sollte auf die Urteile von Verbraucherschützern setzen. So testet Die Verbraucher-Initiative e.V. zum Beispiel Öko-Labels von Reiseveranstaltern, Hotels und Campingplätzen auf ihren ökologischen Gehalt, so ein Hinweis der ARD. Während die Organisation das Siegel Travelife beispielsweise für nicht empfehlenswert hält, beurteilt sie das CSR-Siegel hingegen als vorbildhaft und damit verlässlich, da es durch die gemeinnützige Zertifizierungsgesellschaft TourCert unabhängig vergeben werde. Laut "Der Westen" haben außerdem mehrere Organisationen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland unter Mitwirkung der Arbeitsstelle TourismWatch in Bonn einen "Wegweiser durch den Labeldschungel" zusammengestellt. Darin werden 20 relevante, verlässliche Gütesiegel aufgeführt, "die einen deutlichen und ernst zu nehmenden Beitrag zum nachhaltigen Tourismus leisten", erklärt Heinz Fuchs, Leiter von TourismWatch gegenüber  "Der Westen". Vermerkt sind dort zum Beispiel das "European Ecolabel" und die deutschen Siegel "Blaue Schwalbe" und "Viabono". Diesen Ratgeber können Sie kostenlos auf der Webseite von TourismWatch herunterladen.

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