Die umstrittene Lufthansa-Billigtochter Eurowings geht im kommenden Herbst mit Flügen zu Kampfpreisen an den Markt. Mit Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober werden ab Köln/Bonn zunächst Flüge nach Kuba, in die Dominikanische Republik, nach Thailand und Dubai angeboten.
Die günstigsten Tickets kosten pro Strecke ab 99 Euro - in dem Preis sind diverse Leistungen nicht inbegriffen. Für ein Gepäckstück bis 23 Kilogramm verlangt die Airline 30 Euro bei der Buchung, 60 Euro am Flughafen - jeweils pro Strecke. Auch für Essen (rund 10 Euro) und den Wunschsitzplatz (mindestens 20 Euro) wird der Passagier bei diesem günstigsten Tarif zur Kasse gebeten.
Zumindest ist dieser Billigtarif verfügbar, wenn auch eingeschränkt. Bei einer Testbuchung für die Strecke Köln-Bonn nach Dubai für den Januar 2016 wären Hin- und Rückflug für je 99,99 Euro zu haben - ohne Extras. Im November und Dezember 2015 waren die Angebote teilweise noch für eine der beiden Strecken verfügbar. Entweder Hin- oder Rückflug, allerdings musste zum teureren Tarif abgeschlossen werden.
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Asiatische Airlines drücken Preise auf der Langstrecke
Die Lufthansa sei vor allem durch Wettbewerber aus Asien unter Druck. Darauf stelle sich der Konzern mit dem neuen Angebot ein, das die bisherigen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen von Eurowings und Germanwings in Europa und Deutschland ergänzen solle.
Die neue Eurowings bedient die interkontinentalen Flüge zunächst mit zwei Airbus A330-200, die von der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress betrieben werden. Bis 2017 sollen fünf weitere Maschinen hinzukommen. Die Marke Eurowings werde das neue Markendach sein für die bisherigen Germanwings- und alle Eurowings-Flüge, sagte Garnadt. Ferner soll der Flughafen Wien im Herbst die erste Eurowings-Basis außerhalb Deutschlands werden.
Mit Dumpingpreisen gegen die harte Konkurrenz
Die Lufthansa will mit der vorigen Sommer vorgestellten Günstigmarke der harten Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und auf der Langstrecke durch Gesellschaften vom Persischen Golf Paroli bieten. "Das Konzept ist einer der Wege, mit denen die Lufthansa-Gruppe neue Wachstumswege beschreiten will", sagte Karl Ulrich Garnadt, Vorstand des Lufthansa-Passagiergeschäfts. Kernpunkt sind niedrigere Kosten: Die sollen dank geringerer Löhne und mehr Sitzen im Flugzeug 40 Prozent unter denen der angestammten Kranichlinie liegen.
Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit geht wegen Eurowings auf die Barrikaden und bestreikte die Kranich-Airline deshalb bislang elf Mal. Der Erfolgsdruck auf das Management ist nicht nur deshalb groß: Die Lufthansa stürzte voriges Jahr mit einem Verlust von 732 Millionen Euro tief in die roten Zahlen und strich die Dividende.
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