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Diesel fahren: Wann Sie AdBlue tanken sollten


Diesel fahren: Was unbedingt mit in den Tank gehört

Von dpa-tmn, t-online, mab

Aktualisiert am 06.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Diesel tanken: Neuere Automodelle benötigen AdBlue. Dazu gibt es neben der Diesel-Tanköffnung den blauen Verschluss.Vergrößern des BildesDiesel tanken: Neuere Automodelle benötigen AdBlue. Dazu gibt es neben der Diesel-Tanköffnung den blauen Verschluss. (Quelle: Zeitungsfoto.at/imago-images-bilder)
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Tanken: Bei modernen Diesel-Pkw ist damit nicht nur Treibstoff gemeint – auch die Harnstofflösung AdBlue muss regelmäßig nachgefüllt werden. Aber wann? Und wozu eigentlich?

Dank neuer technischer Verfahren sollen Diesel die Abgasnormen nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße erfüllen. Gängiges Verfahren, um den Stickoxidausstoß von Dieselfahrzeugen in den Griff zu bekommen, ist der Einsatz sogenannter SCR-Systeme, die mit AdBlue funktionieren. Was ist das?

Was ist AdBlue?

AdBlue ist der Handelsname für eine wässrige Harnstofflösung, die Fahrer von Diesel-Pkw mit SCR-Katalysator zusätzlich zum Treibstoff regelmäßig tanken müssen. Entsprechend ausgerüstete Autos sind dazu mit einem Zusatztank ausgestattet. Die Lösung besteht aus 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent demineralisiertem Wasser. Inhaber der eingetragenen Marke AdBlue ist der Verband der Automobilindustrie (VDA). Weltweit gibt es Lizenznehmer, die AdBlue herstellen, darunter Chemieriesen wie Yara und BASF.

Wozu dient AdBlue?

Die Harnstofflösung wird eingesetzt, um den Ausstoß von Stickstoffoxiden zu reduzieren. Dabei wird die Lösung per Einspritzverfahren in den Abgasstrom eingeleitet. Unter Hitze entsteht Ammoniak, das in einem nachgeschalteten SCR-Katalysator bis zu 90 Prozent der Stickstoffoxide (NOx) in unschädlichen Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) verwandelt. Die zugrunde liegende Reaktion nennt sich selektive katalytische Reduktion (kurz: SCR).

Erst durch die NOx-Nachbehandlung erfüllen Dieselautos die Werte nach den Abgasnormen Euro 6. Aktuell liegt der NOx-Grenzwert bei 80 mg/km.

Wie hoch ist der Verbrauch?

Hier gilt wie beim Diesel selbst: Wer viel Gas gibt, der muss auch öfter AdBlue nachfüllen. Auch vom Gewicht des Autos und anderen Faktoren hängt der Verbrauch ab. Der ADAC nennt einen Richtwert: Mit rund drei bis fünf Prozent des Spritverbrauchs müssen Autofahrer demnach rechnen. Bei einem Verbrauch von sechs Litern Diesel auf 100 Kilometern wären das etwa 0,2 bis 0,3 Liter AdBlue. Da das Fassungsvermögen der AdBlue-Zusatztanks stark variiert, kommen Sie mit einer Füllung zwischen 5.000 und 15.000 Kilometer weit.

Wie tanke ich AdBlue nach?

Das Nachfüllen der Harnstofflösung ist so einfach wie Sprittanken. Bei neueren Dieselmodellen liegt die Tanköffnung neben dem Kraftstoff-Einfüllstutzen. AdBlue-Zapfsäulen sind aber selten: In Deutschland gibt es rund 1.000 Tankstellen, an denen Sie AdBlue tanken können.

Oft wird auch im Rahmen der Serviceintervalle nachgegossen. Oder sie kaufen an der Tankstelle eine Packung AdBlue und füllen es selbst nach. Wichtig: Neben dem Markennamen AdBlue sollte vermerkt sein, dass es die Norm ISO 22241 erfüllt.

Wann muss ich spätestens tanken?

Wenn es Zeit zum Nachfüllen wird, meldet sich der Bordcomputer mittels Warnanzeige oder -geräusch. Die Mindestmenge liegt mal bei einem Zehntel des AdBlue-Tanks, mal bei 2.400 Kilometern AdBlue-Restreichweite. Wenn ein gewisser Füllstand unterschritten ist, kann der Motor häufig nicht mehr gestartet werden. Die Cockpitanzeige zeigt in der Regel den aktuellen Füllstand des Harnstofftanks an.

Was kostet AdBlue?

Die Harnstofflösung gibt es in Werkstätten, Discountern, im Zubehörhandel und an der Tankstelle in verschiedenen Gebindegrößen zu kaufen. Die Preise schwanken dabei beträchtlich. Teils bekommt man den Liter schon für unter einen Euro, manchmal werden knapp fünf Euro verlangt. Grundsätzlich sind kleine Flaschen teurer als große Gebinde, aus denen Halter selbst nachtanken können.

Damit dabei nichts daneben geht, gibt es Befüllschläuche, die mit Druckausgleich funktionieren. Wer an der Tankstelle AdBlue zapft, tankt ebenfalls recht günstig und vermeidet dabei Abfall in Form der AdBlue-Einwegflaschen.

Übrigens: Da AdBlue den Kraftstoffverbrauch leicht senkt, können sich die Kosten relativieren.

Was tun bei Fehlbetankung?

Versehentlich Dieselkraftstoff in den AdBlue-Tank zu füllen, ist fast unmöglich, da die breiten Diesel-Zapfrohre nicht in den kleinen Harnstoff-Einfüllstutzen passen. Außerdem ist der AdBlue-Stutzen in der Regel mit einem blauen Deckel markiert. Verwechslungsgefahr besteht nicht. Und doch landet die Harnstofflösung manchmal im Treibstofftank.

Dann gilt: Die Zündung keinesfalls einschalten. Denn sonst muss nicht nur der Tank gründlich gereinigt werden. Selbst wenn nur versucht wurde, den Motor zu starten, müssen grundsätzlich Einspritzdüsen oder Einspritzinjektoren erneuert werden, warnt der ADAC. Die Folgen können ähnlich kostspielig werden wie eine Fehlbetankung mit Benzin.

Ist AdBlue giftig oder drohen sonstige Schäden?

Die geruchlose und farblose Flüssigkeit ist nicht giftig. Trotzdem ist Vorsicht im Umgang angesagt: Nach Angaben das ADAC kann AdBlue auf Augen, Haut und Atemwege reizend wirken. Also schnell mit Wasser abwaschen. Das gilt auch, wenn beim Nachtanken etwas daneben geht und auf dem Blech landet. Denn bei längerer Einwirkung kann der Harnstoff zu Schäden an Lacken und Kunststoffen führen.

Können SCR-Katalysatoren nachgerüstet werden?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat ab 2019 diverse SCR-Systeme für Euro-5-Diesel von BMW, Mercedes, Volvo und dem VW-Konzern genehmigt. Nur VW und Daimler hatten Zuschüsse für die Umrüstung zugesagt. Die Umrüstung ändert zwar nichts am Euro-5-Status. Aber: Nachgerüstete Autos fallen nicht mehr unter Diesel-Fahrverbote in Städten – wenn die Umrüstung in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist.

Allerdings ist das Angebot mittlerweile wieder geschrumpft: Die Nachfrage war zu gering. Neue Diesel sind inzwischen generell mit SCR-Systemen ausgerüstet.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
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