Längst nicht aller Plastikmüll wird recyclet oder anderweitig verwertet – über Umwege gelangen auch Plastikverpackungen aus Deutschland in die Weltmeere. Eine interaktive Karte zeigt den Weg bis in die Ozeane.
Plastik findet sich überall in unserem Alltag: Als Verpackungsmaterial beispielsweise bei Lebensmitteln, als Bestandteil oder Grundlage von Gebrauchsgegenständen wie Zahnbürsten oder Elektrogeräten – aber auch in Form von Mikroplastik in Kosmetik, Nahrung und sogar im eigenen Körper. Was die kleinen Plastikteilchen dabei für gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen haben, ist noch weitgehend unerforscht. Allerdings deuten Untersuchungen an Meerestieren darauf hin, dass Mikroplastik unter anderem zu Entzündungsreaktionen im Körper und Stoffwechselstörungen führen kann.
Millionen Tonnen Plastikmüll enden im Meer
Gleichzeitig sind die Meere besonders stark mit Mikro- und Makroplastik verunreinigt. Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Gewässer. Ein Teil des Plastikmülls im Meer entsteht durch die Fischerei – etwa 10 Prozent des an europäische Strände gespülten Plastiks sind verloren gegangene Fischernetze und anderes Fischereigerät. Doch wie gelangt der Rest des Plastiks in die Meere? Vor allem Verpackungsmüll aus allen Teilen der Welt findet seinen Weg in die Gewässer.
Eine neue interaktive Karte des WWF zeigt, welche Länder besonders stark zur Meeresverschmutzung beitragen, welche Flüsse Plastik in die Meere spülen und wie sehr die Ozeane bereits durch Plastik verschmutzt sind.
Sollten Sie Probleme mit der Darstellung der Karte haben, dann finden Sie diese auch hier.
Deutschland hat besondere Verantwortung
Die Umweltschutzorganisation fordert angesichts der Verschmutzung durch Plastik internationale Zusammenarbeit, um dem Problem Herr zu werden. Dazu gehören Verbesserungen in der Abfallwirtschaft weltweit und die Reduktion von Plastikmüll. Der WWF betont dabei, dass Deutschland eine besondere Rolle innehat. Die Bundesrepublik ist einer der größten Verursacher von Plastikmüll in der Europäischen Union.
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Das bestätigt auch der Plastikatlas 2019 der Heinrich-Böll-Stiftung und der Naturschutzorganisation BUND. Demnach verursachte jeder Deutsche im Jahr 2016 rund 38 Kilogramm Plastikverpackungsmüll – nur in Luxemburg, Irland und Estland ist der Pro-Kopf-Verbrauch noch höher. Zudem ist Deutschland weltweit der drittgrößte Exporteur von Plastikabfällen nach Asien – hinter den USA und Japan.
- Eigene Recherche
- WWF
- Plastikatlas 2019
- Deutsche Umwelthilfe
