Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Kaczynski wirft Merkel großdeutsche Ambitionen vor

Kaczynski wirft Merkel großdeutsche Ambitionen vor

05.10.2011, 09:52 Uhr | AFP

Kaczynski wirft Merkel großdeutsche Ambitionen vor. Polens ehemaliger Regierungschef Jaroslaw Kaczynski greift Kanzlerin Angela Merkel scharf an (Quelle: Reuters)

Polens ehemaliger Regierungschef Jaroslaw Kaczynski greift Kanzlerin Angela Merkel scharf an (Quelle: Reuters)

Der polnische Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski hat Kanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, Deutschland zu einer Großmacht aufbauen zu wollen. Der Vorsitzende der nationalkonservativen Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) warf Merkel in einem wenige Tage vor der polnischen Parlamentswahl veröffentlichten Buch vor, Polen unterwerfen zu wollen.

Weitere Nachrichten und Links

Der frühere Ministerpräsident warnte zudem, die Deutschen strebten eine Wiedereingliederung des einst deutschen Westteils Polens an. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

"Strategische Achse mit Moskau"

"Merkel gehört dieser Generation deutscher Politiker an, die die imperiale Macht Deutschlands wiederherstellen wollen", schrieb Kaczynski in dem Buch mit dem Titel "Das Polen unserer Träume". "Eine strategische Achse mit Moskau ist ein Teil davon und Polen kann dabei nur ein Hindernis sein. Unser Land muss daher unterworfen werden, auf die eine oder andere Weise." Zu deutschen Investitionen im Westen Polens schrieb Kaczynski, diese seien ihm nicht recht. "Wir könnten eines Tages in einem kleineren Polen aufwachen", warnte der PiS-Vorsitzende.

"Merkels Kanzlerschaft kein Zufall"

Zudem deutete er an, Merkel könnte durch die Stasi an die Macht gebracht worden sein. In seinem Buch schrieb Kaczynski: "Ich glaube nicht, dass die Übergabe der Kanzlerschaft an Angela Merkel ein reiner Zufall war." Es sei jedoch an Politologen und Historikern, dies zu klären. Als er in einem Interview mit der polnischen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Newsweek" auf diese Bemerkung angesprochen wurde, sagte Kaczynski, Merkel wisse schon, was er sagen wollte. Als der Journalist meinte, die Stasi habe Merkel ja wohl nicht auf ihren Posten gebracht, sagte Kaczynski nur: "Lassen wir das".

In Polen wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. In jüngsten Umfragen liegt Kaczynskis PiS fast gleichauf mit der liberalen Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsident Donald Tusk. Kaczynski hatte auch im Wahlkampf 2005 wiederholt Stimmung gegen Deutschland gemacht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal