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Griechenland-Hilfe: Banken sollen deutlich höheren Beitrag bezahlen

Banken sollen deutlich höheren Beitrag für Athen bezahlen

24.10.2011, 08:47 Uhr | dapd

Griechenland-Hilfe: Banken sollen deutlich höheren Beitrag bezahlen. Griechenland-Hilfe: Die Euro-Finanzminister beraten in Brüssel (Quelle: dapd)

Die Euro-Finanzminister beraten über die Rettung Griechenlands (Quelle: dapd)

Die Eurozone hat sich auf eine "erhebliche Anhebung" des Bankenbeitrags zur Rettung Griechenlands geeinigt. Das gab Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker in Brüssel bekannt. "Wir haben uns darauf verständigt, dass wir eine erhebliche Anhebung des von den Banken zu erbringenden Beitrags haben müssen", sagte der Luxemburgische Regierungschef.

Darüber hinaus wäre wohl auch ein Forderungsverzicht von 60 Prozent notwendig, wenn der griechische Schuldenstand bis 2020 auf 110 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung gedrückt werden soll. Das geht aus der Schuldenanalyse der Troika hervor. Demnach klafft noch eine Finanzlücke von 252 Milliarden Euro - fast 150 Milliarden Euro mehr als noch im Juli berechnet. "Es ist offensichtlich, dass ein substanzieller Schuldenschnitt notwendig ist", sagte Schwedens Finanzminister Anders Borg.

Nach Angaben der Wiener Ressortchefin Maria Fekter wurden schon konkrete Mandate ausformuliert. Damit soll der Chef des EU-Wirtschafts- und Finanzausschusses, Vittorio Grilli, in die Verhandlungen mit den Banken starten. Den Auftrag soll der EU-Gipfel am kommenden Mittwoch erteilen.

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Singapur und Norwegen sollen helfen

Eine Einigung könnte sich im Streit über einen Hebel für den Rettungsfonds EFSF abzeichnen. Zwei Varianten sind derzeit noch im Gespräch. Eine davon sieht vor, Staatsfonds' von außerhalb des Währungsgebietes anzuzapfen. Staatsfonds' aus Singapur oder zum Beispiel aus Norwegen könnten dafür mit dem EFSF eine Zweckgesellschaft gründen. Das zusätzliche Geld könnte die Schlagkraft des EFSF erhöhen.

Variante zwei ist eine Versicherungslösung: Dabei werden die EFSF-Millliarden zur Absicherung neuer Staatsanleihen genutzt. Mit den Garantien der Europartner könne so ein Anleihenvolumen von mehr als einer Billion Euro teilkaskoversichert werden. Nach Diplomatenangaben könnten die beiden Modelle auch kombiniert werden. Der von Frankreich favorisierte Weg, dem EFSF eine Banklizenz zu verschaffen, damit er sich bei der Europäischen Zentralbank Liquidität besorgen kann, werde indes nicht länger verfolgt, hieß es.

Britischer Finanzminister kritisiert Eurozone

Der britische Finanzminister George Osborne übte beißende Kritik am Vorgehen der Euro-Partner: "Die Krise in der Eurozone bewirkt große Schäden in vielen europäischen Volkswirtschaften, darunter in Großbritannien", schimpfte er in Brüssel, und fügte hinzu: "Wir haben genug von kurzfristigen Maßnahmen, genug davon, Pflaster draufzukleben, die uns nur durch die nächsten paar Wochen bringen." Europa müsse die Ursachen für die Krise angehen. Gebraucht werde eine umfassende und dauerhafte Lösung für die Krise, damit das Wachstum in Europa wieder anspringen könne.

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