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Angela Merkel gerät wegen Euro-Politik massiv in die Kritik

"Deutschland im Krieg mit Europa"

23.11.1011, 16:14 Uhr | dpa

Angela Merkel gerät wegen Euro-Politik massiv in die Kritik. Euro-Krise: Die "Times" empfindet Merkels Euro-Politik als Krieg (Quelle: dpa)

Die "Times" empfindet Merkels Euro-Politik als Krieg (Quelle: dpa)

Im eurokritischen Großbritannien stößt die Politik der Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise zunehmend auf Kritik. Die konservative Zeitung "The Times" hat im Zusammenhang mit der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals das Wort "Krieg" ins Spiel gebracht. "Deutschland hat der Eurozone den Krieg erklärt", lautet die Überschrift eines halbseitigen Kommentars in der "Times".

"Wenn (Carl von) Clausewitz Recht hat, dass "Krieg die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln" ist, dann ist Deutschland wieder im Krieg mit Europa", schrieb der renommierte Kommentator Anatole Kaletsky. Deutschland versuche, in Europa die für einen Krieg charakteristischen Ziele zu erreichen - eine neue Ziehung internationaler Grenzen und die "Unterwerfung fremder Völker", schreibt Kaletsky. Merkel habe sich standhaft geweigert, geeignete Maßnahmen zur Rettung des Euro zu ergreifen. Die Kanzlerin habe sogar europäische Institutionen davon abgehalten, Maßnahmen zu ergreifen.

Deutschland sei für Scheitern verantwortlich

Außerhalb Deutschlands bestehe Einigkeit darüber, findet Kaletsky, dass für die Rettung des Euro drei Dinge absolut wichtig zur Überwindung der Krise sind: Die Europäische Zentralbank müsse große Mengen an Staatsanleihen kaufen, später müssten von allen Euroländern garantierte Eurobonds ausgegeben werden, die einen Teil der Schulden von Ländern wie Griechenland oder Portugal ersetzten.

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Erst dann gelte es, die Politik der Euroländer stärker zu koordinieren, den Kapitaldienst zu gewährleisten und sicherzustellen, dass nicht eine neue Krise aufkeimen kann. "Indem es die ersten beiden Schritte blockiert, garantiert Deutschland dafür, dass der dritte scheitert", heißt es in dem Kommentar weiter.

"Ist es etwa möglich, dass Deutschland den Euro gar nicht retten, sondern ihn in Wirklichkeit platzen lassen will?", fragt der Kommentator. Er verweist auf einen "klaren, historischen Präzedenzfall" aus dem Jahr 1992. Damals habe Deutschland den Europäischen Wechselkursmechanismus sabotiert. Der Bundesbank wirft der Kommentator Finanz-Imperialismus vor.

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