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Griechenland-Krise: 120 Verletzte bei heftigen Ausschreitungen

120 Verletzte bei heftigen Ausschreitungen in Griechenland

13.02.2012, 10:31 Uhr | AFP, dpa, dapd

Griechenland-Krise: 120 Verletzte bei heftigen Ausschreitungen. Krawalle in Griechenland: Ein Demonstrant mit einer Gasmaske steht eben einem brennenden Kiosk (Quelle: AP/dpa)

Ein Demonstrant mit einer Gasmaske steht eben einem brennenden Kiosk (Quelle: AP/dpa)

In Griechenland sind bei landesweiten Protesten gegen den radikalen Sparkurs der Regierung Dutzende Geschäfte angezündet und geplündert und mehr als 120 Menschen verletzt worden. Während das Parlament in Athen am Sonntagabend über das von der Troika geforderte Sparpaket abstimmte, demonstrierten 100.000 Menschen vor dem Gebäude.

Zahlreiche Gruppierungen von Vermummten und gewalttätigen Autonomen verwüsteten in der Nacht zum Montag weite Teile des Stadtzentrums von Athen. "Wir haben enorme Schäden", sagte der Bürgermeister der griechischen Hauptstadt Giorgos Kominis im Fernsehen. Die Hauptstraßen Panepistimiou, Stadiou, die Einkaufsstraßen Athinas und Ermou und der zentrale Syntagmaplatz vor dem Parlament sahen am Montagmorgen wie ein Trümmerfeld aus.

Demonstranten legen Brände in Athen

Die Müllabfuhr und Mitarbeiter der Stadt arbeiteten am Morgen auf Hochtouren, um die Trümmer zu beseitigen. 45 Gebäude wurden nach Feuerwehrangaben angesteckt, darunter auch etliche historische Gebäude. Einige davon brannten völlig aus.

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Zahlreiche Läden und Banken wurden schwer beschädigt und geplündert, Ampeln zerschlagen. Auch Kinos, Banken und eine Cafeteria wurden beschädigt. Empörte Händler standen am Morgen ratlos vor den Trümmern ihrer Geschäfte. Alle Parteien des Landes verurteilten die schweren Ausschreitungen und machten "dunkle Kreise" für das Chaos verantwortlich.

Die schweren Ausschreitungen brachen am Rande einer völlig friedlichen Demonstration von zehntausenden Menschen aus, die am Vorabend vor dem Parlament in Athen gegen das harte Sparprogramm zur Rettung Griechenlands protestierten. Die Randalierer attackierten die Polizei, die anschließend sofort Tränengas einsetzte.

Diese spalteten sich und zündeten in verschiedenen Teilen der Stadt gleichzeitig Geschäfte und Banken an. Parallel behinderten sie nach Aussagen eines Sprechers der Feuerwehr die Feuerwehrleute bei der Brandlöschung. Nach Krankenhausangaben wurden rund 70 Demonstranten verletzt, dazu etwa 50 Polizisten. 67 mutmaßliche Randalierer wurden verhaftet und weitere 70 Menschen in Gewahrsam genommen.

Griechisches Parlament billigt Sparpaket

Im Kampf gegen die Staatspleite hatte Griechenlands Parlament am späten Sonntag ein neues Sparpaket gebilligt. Eine Mehrheit von 199 der 278 anwesenden Abgeordneten stimmte für den Plan, der zahlreiche Entlassungen im öffentlichen Dienst sowie Kürzungen beim Mindestlohn und bei einigen Renten vorsieht.

Die Parlamentsmehrheit für das Sparpaket setzte sich vor allem aus Stimmen der Regierungskoalition von Sozialisten und Konservativen zusammen. Mehrere Parlamentarier der Koalition stimmten aber gegen die umstrittenen Maßnahmen, welche die Gläubigertroika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zur Bedingung für neue Finanzhilfen gemacht hatte.

Abgeordnete aus Fraktion geworfen

Insgesamt gab es 74 Neinstimmen. Die Fraktionen von Konservativen und Sozialisten schlossen unmittelbar nach der Abstimmung jeweils etwa 20 Abgeordnete aus ihren Reihen aus, die gegen den Entwurf gestimmt hatten. Zwei der 16 Abgeordneten der ultrarechten Partei Laos, die sich in der vergangenen Woche angesichts der umstrittenen Sparpläne aus der Regierung zurückgezogen hatte, votierten hingegen für die Maßnahmen.

Vor der Abstimmung hatte Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos noch einmal eindringlich um Unterstützung für das Sparprogramm geworben. Es gehe darum, zusammen "mit der Europäischen Union und der gemeinsamen Währung voranzukommen" oder in "die Armut, den Bankrott, die Ausgrenzung und den Ausschluss aus dem Euro" abzustürzen, sagte er vor dem Parlament. Es sei zudem "ein Irrtum, zu glauben, dass das Programm fehlschlagen wird".

Einsparungen von 325 Millionen Euro

Die Finanzminister der Eurozone machen ihre Zustimmung zu einem weiteren Kredit der Troika in Höhe von 130 Milliarden Euro unter anderem davon abhängig, dass Griechenland neue Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro realisiert. Außerdem sollen sich die Chefs der Regierungsparteien schriftlich zur Umsetzung der Sparmaßnahmen verpflichten. Dies soll verhindern, dass die Zustimmung durch die für April vorgesehene Neuwahl des Parlaments obsolet werden könnte.

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