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Griechenland-Krise: Griechen sind schlecht auf Deutsche zu sprechen

Von Ärger bis Hass: Griechen sind schlecht auf Deutsche zu sprechen

24.02.2012, 11:47 Uhr | dapd

Griechenland-Krise: Griechen sind schlecht auf Deutsche zu sprechen. Vor allem Kanzlerin Merkel kommt bei den Griechen sehr schlecht an. (Quelle: Reuters)

Vor allem Kanzlerin Merkel kommt bei den Griechen sehr schlecht an. (Quelle: Reuters)

Deutschland mag der größte Kreditgeber Griechenlands sein, doch eine Investition in die Sympathien der Griechen sind die Finanzhilfen offenbar nicht. Ganz im Gegenteil: Die auf Sparmaßnahmen pochenden Deutschen sind im schuldengeplagten Griechenland derzeit alles andere als gern gesehen.

Die Gefühle gegenüber den Deutschen in Athen reichen von Ärger bis hin zu regelrechtem Hass. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Magazin "Epikaira" veröffentlicht wurde. Nach ihren vorherrschenden Gefühlen gegenüber Deutschland befragt, nannten 41 Prozent der Umfrageteilnehmer Ärger, Empörung oder Wut. Weitere 30 Prozent empfanden nach eigenen Angaben Enttäuschung und Angst bis hin zu Abscheu.

81 Prozent gegen Merkel

Etwa 79 Prozent der 800 Befragten bezeichneten Deutschlands Rolle in Europa als negativ, während 81 Prozent keine gute Meinung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten. Gerade mal 8,6 Prozent bekundeten positive Gefühle gegenüber Deutschland. Am Dienstag einigten sich die Finanzminister der Eurozone auf ein zweites Hilfspaket für Athen im Umfang von 130 Milliarden Euro. Die Umfrage war im Vorfeld dieser Einigung durchgeführt worden.

30 Prozent assoziierten die heutige deutsche Politik gar mit der Herrschaft der Nazis. Bei vorgegebenen Antworten kreuzten 77 Prozent der Befragten an, Deutschland wolle ein "Viertes Reich" errichten. 32 Prozent assoziierten Deutschland mit Hitler, Nationalsozialismus oder dem Dritten Reich.

Unmut und Ärger

Immer wieder wurden in Athen während der Proteste gegen die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung deutsche Flaggen verbrannt. Die Vorwürfe deutscher Politiker, wonach die Griechen einen Hang zum kollektiven Müßiggang hätten, taten ihr Übriges, um den Unmut der Griechen gegen die Deutschen anzufachen.

So sorgte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der vergangenen Woche für Wirbel. Er hatte vorgeschlagen, die für April geplante Parlamentswahl in Griechenland zu verschieben. Auf diese Weise hätte die amtierende Regierung genug Zeit, die geforderten Reformen umzusetzen. Der griechische Präsident Karolos Papoulias reagierte ungehalten und erwiderte erbost, er könne nicht hinnehmen, dass Schäuble sein Land verhöhne.

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