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Merkel kommt: Athen im Ausnahmezustand

Vor Merkel-Besuch: Athen im Ausnahmezustand

09.10.2012, 09:36 Uhr | dpa, dapd

Merkel kommt: Athen im Ausnahmezustand. Griechenland vor Merkel-Besuch (Quelle: dpa)

Griechenland vor Merkel-Besuch: Demo in Athen (Quelle: dpa)

Das Gesicht der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel prangt auf allen griechischen Titelseiten. Diesmal zwar ohne hässliche Nazi-Symbole - aber die Stimmung in Griechenland ist dennoch gereizt, Athen befindet sich einen Tag vor ihrem Besuch im Ausnahmezustand.

Tausende Griechen protestierten am Montagabend in der griechischen Hauptstadt gegen den verordneten Sparkurs und Merkels Besuch. Einzelne Demonstranten trugen dabei auch Plakate mit beleidigenden und diffamierenden Aufschriften. "Raus aus unserem Land, du Schlampe", hieß es auf einem Plakat, auf einem anderem: "Tochter Hitlers, raus aus Griechenland und kein Viertes Reich".

Andere demonstrierten intellektueller: Linke Demonstranten trugen ein großes Transparent mit den deutschen Farben und einem abgeänderten Vers von Bertolt Brecht: "Angela weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre." Die Stimmung ist gereizt, die Demo bislang aber friedlich.

Reizfigur par excellence

Die Sicherheitsvorkehrungen sind immens: Rund 7000 Polizisten sollen das Zentrum der Hauptstadt abriegeln. Für Dienstagmittag sind weitere Proteste geplant - genau zu der Zeit, zu der sich Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras und Merkel treffen sollen.

Seit dem Ausbruch der Schuldenkrise in Griechenland im Frühjahr 2010 ist die deutsche Regierungschefin für die Hellenen nicht nur zur Reizfigur par excellence avanciert. Merkel verkörpert für das Gros der Griechen das Spardiktat mit seinen katastrophalen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft, die das zehn Millionen Einwohner zählende Land in seinen Grundfesten erschüttern.

Fest steht: Griechenlands Wirtschaftsleistung befindet sich ungebremst im freien Fall. Um weitere sieben Prozent wird sie wohl in diesem Jahr sinken. Hellas befindet sich im fünften Jahr einer tiefen Rezession. Die Arbeitslosigkeit ist auf die Rekordhöhe von 24 Prozent geklettert - Tendenz steigend.

Von Argwohn bis Hass

Dass die EU dennoch immer noch rigoros fordert, den Sparkurs fortzusetzen, will Griechenland nicht aus dem Euro fliegen, dafür wird von vielen die deutsche Kanzlerin hauptverantwortlich gemacht. Die dominierenden Gefühle für Merkel reichen in weiten Teilen der griechischen Bevölkerung von Argwohn bis Hass.

Es ist das erste Mal, dass Merkel seit dem Krisenbeginn ins Epizentrum der Euro-Krise reist. Bleiben wird sie nur sieben Stunden lang in der griechischen Hauptstadt. Ihr Terminplan ist denkbar eng: Nach der Ankunft gegen Mittag auf dem Athener Flughafen fährt Merkel sofort zum Amtssitz "Megaron Maximou" des griechischen Ministerpräsidenten. Um 16.45 Uhr steht ein Treffen mit Griechenlands Staatspräsidenten Karolos Papoulias an, und vor ihrer Rückreise am Abend trifft sie sich noch mit deutschen und griechischen Unternehmern in Athen.

"Mit unserer Präsenz wollen wir unsere Politiker dazu bringen, endlich Nein zum endlosen Sparen zu sagen", sagte eine Demonstrantin vor dem Sitz des griechischen Parlaments. "Die Kapitalisten sollen zahlen", skandierten andere Demonstranten. "Nehmt das Sparprogramm und haut hier ab", riefen die Demonstranten den Abgeordneten zu.

Weitere Demos angekündigt

Die Polizei stellte für die Zeit des Merkel-Besuchs auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und anderer deutscher Einrichtungen bereit. Verdächtige sollen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden.

Die beiden größten Gewerkschaften des Landes haben für Dienstag eine Großdemonstration im Zentrum Athens angekündigt. Auch die Kommunisten und die größte Oppositionspartei im Parlament, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), riefen zu Kundgebungen auf. Man werde "alles mobilisieren, was man auf die Straße bringen kann".

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