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Varoufakis warnt Wolfgang Schäuble in "Charlie Hebdo"-Interview

"Charlie Hebdo"-Interview  

Varoufakis warnt Schäuble mit einem gewagten Vergleich

26.02.2015, 08:28 Uhr | AFP

Varoufakis warnt Wolfgang Schäuble in "Charlie Hebdo"-Interview. Macht seinem Ärger über Finanzminister Wolfgang Schäuble und die Euro-Gruppe auch im Satiremagazin "Charlie Hebdo" Luft: der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis. (Quelle: Reuters)

Macht seinem Ärger über Finanzminister Wolfgang Schäuble und die Euro-Gruppe auch im Satiremagazin "Charlie Hebdo" Luft: der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis. (Quelle: Reuters)

In der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe sind nicht nur bissige Karikaturen von FN-Chefin Marine Le Pen, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, einem bewaffneten Islamisten oder Papst Franziskus, sondern auch zornige Zitate von Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis abgedruckt. Im Interview mit der französischen Satirezeitung warnte Varoufakis Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dessen Euro-Kollegen mit drastischen Worten.

Varoufakis verglich die von den Gläubigern abverlangten Haushaltskürzungen mit der Medizin des Mittelalters: "Damals wurden Aderlasse verschrieben, die die Kranken oft noch kranker machten, worauf sie erneut zur Ader gelassen wurden."

Varoufakis hat in den vergangenen Wochen hart mit Brüssel und Berlin gerungen, um für seine Linksregierung eine Verlängerung der Finanzhilfe bei weniger drastischen Sparauflagen seitens der Gläubiger zu erreichen. Zwar wird die Hilfe nun fortgesetzt, doch muss Athen die von der konservativen Vorgängerregierung um Andonis Samaras zugesagten Kürzungen und Reformen weitgehend umsetzen.

"Es profitieren nur Fanatiker, Rassisten und Nationalisten"

Und Varoufakis legte nach: "Wenn Ihr denkt, Ihr tut gut daran, progressive Regierungen wie unsere zur Strecke zu bringen, dann macht Euch auf das Schlimmste gefasst."

Wenn demokratisch gewählten Regierungen wie der seinen die Luft abgeschnürt werde und die Wähler in die Verzweiflung gestürzt würden, "dann profitieren davon nur die Fanatiker, die Rassisten, die Nationalisten und all diejenigen, die von Angst und Hass leben", sagte Varoufakis.

Kirche und Reedereien werden nicht zur Kasse gebeten

Die "Charlie Hebdo"-Journalisten fragten Varoufakis auch, ob seine Regierung nicht die orthodoxe Kirche Griechenlands und die Reeder ein wenig stärker zur Ader lassen wolle als die Vorgängerregierungen.

Das Problem sei, dass der "enorme Reichtum" der Kirche keinen allzu hohen Ertrag bringe, der versteuert werden könne, sagte der Finanzminister. Und die Reeder seien "sehr mobil", und es sei daher "wahrscheinlich, dass ihre Gewinne das Land verlassen würden, wenn sie versteuert werden müssten".

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