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Griechen-Minister wettert gegen Schäuble: "Vergiftet die Beziehungen"

War "in Bestechung verwickelt"  

Griechen-Minister wettert gegen Schäuble

13.03.2015, 23:39 Uhr | dpa, AFP

Griechen-Minister wettert gegen Schäuble: "Vergiftet die Beziehungen". Sieht sich immer wieder Attacken aus Griechenland ausgesetzt: Finanzminister Wolfgang Schäuble. (Quelle: imago/IPON)

Sieht sich immer wieder Attacken aus Griechenland ausgesetzt: Finanzminister Wolfgang Schäuble. (Quelle: imago/IPON)

Erneut Giftpfeile aus Athen: Der rechtspopulistische Verteidigungsminister Panos Kammenos geht hart mit Finanzminister Wolfgang Schäuble ins Gericht: Er hält ihm seine Verwicklung in die CDU-Parteispendenaffäre vor.

"Wir Griechen erinnern uns genau, dass Herr Schäuble sein Amt als Parteivorsitzender aufgeben musste, weil er in einen Fall von Bestechung verwickelt war", sagte Kammenos der "Bild"-Zeitung.

Schäuble war im Jahr 2000 zurücktreten, weil er 1994 eine Bar-Spende von damals 100.000 Mark (gut 51.000 Euro) für die CDU angenommen hatte, die nicht ordnungsgemäß verbucht worden war.

"Das ist wie ein psychologischer Krieg"

Kammenos sagte weiter, er verstehe nicht, warum sich Schäuble im Streit um das Hilfsprogramm für sein pleitebedrohtes Land und die entsprechenden Reformauflagen immer wieder gegen Griechenland wende. "Das ist wie ein psychologischer Krieg, und Schäuble vergiftet damit die Beziehungen zwischen beiden Ländern."

Zugleich warf der Grieche Berlin vor, versucht zu haben, die Regierungsbildung der führenden Linkspartei Syriza mit seiner rechtspopulistischen Anel-Partei zu torpedieren. "Die deutsche Regierung mischt sich in Dinge ein, die sie nichts angehen. Sie bricht das Übereinkommen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Wie kann es sein, dass der deutsche Botschafter vor der Regierungsbildung Druck auf Syriza ausgeübt hat, nicht mit uns in eine Koalition zu gehen?"

Neue Runde im Streit um Reparationszahlungen

Auch im Streit um die Forderung nach deutschen Reparationszahlungen für NS-Verbrechen lässt die griechische Regierung nicht locker. Die griechischen Behörden verfügten über ein 400.000 Seiten umfassendes Archiv mit Unterlagen der deutschen Wehrmacht, erklärte das Verteidigungsministerium.

Diese Dokumente untermauerten die Forderung nach Reparationszahlungen. "Sie belegen nicht nur eine historische Wahrheit - es sind die Dokumente der Wehrmacht selbst, der Besatzungsmacht", sagte Verteidigungsstaatssekretär Kostas Isichos.

Geheime Dokumente

Die aus US-Archiven stammenden Unterlagen umfassten Tagebücher und Berichte von Offizieren an ihre Vorgesetzten - "hauptsächlich geheime Dokumente", sagte Isichos. Die Akten könnten weitere Aspekte der Besatzungszeit beleuchten, etwa illegale archäologische Ausgrabungen durch Deutsche und Plünderungen.

Damit könnten die griechisch-deutschen Beziehungen "gestärkt, nicht vergiftet" werden. "Deutsche Universitäten, Intellektuelle und das deutsche Volk sind eingeladen, gemeinsam mit uns diese historische Wahrheit zu entdecken und eine offene Wunde zu schließen", sagte der Staatssekretär.

Die neue griechische Regierung hatte in den vergangenen Tagen erneut die seit Langem bestehende Forderung nach deutschen Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgebracht. Am Mittwoch hatte der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos in dem Zusammenhang mit der Pfändung deutschen Eigentums in Griechenland gedroht. Die Bundesregierung lehnt Reparationszahlungen ab, sie betrachtet die Angelegenheit als rechtlich abschließend geregelt.

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