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Gianis Varoufakis verweist nun selbst auf Mittelfinger-Video

Mittelfinger für Deutschland  

Varoufakis verweist nun selbst auf umstrittenes Video

17.03.2015, 13:31 Uhr | t-online.de, rtr, dpa

Gianis Varoufakis verweist nun selbst auf Mittelfinger-Video. Der Mittelfinger von Gianis Varoufakis erhitzt die Gemüter. (Quelle: Screenshot: SkriptaTV/Youtube)

Der Mittelfinger von Gianis Varoufakis erhitzt die Gemüter. (Quelle: Screenshot: SkriptaTV/Youtube)

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis nimmt Abstand von der Aussage, er habe Deutschland bei einem Vortrag im Mai 2013 nicht den gestreckten Mittelfinger gezeigt. Auf seinem Twitter-Kanal verwies Varoufakis am Dienstag selbst auf einen fast einstündigen Videomitschnitt seines Vortrages vom Mai 2013. Darin ist die obszöne Geste bei der Zeitmarke 40,31 Minuten klar zu sehen.

In der ARD-Sendung "Günther Jauch" hatte Varoufakis noch behauptet, das Video sei manipuliert worden und er habe den Finger nicht gezeigt. Auf genau dieses Video verweist er nun allerdings bei Twitter mit den Worten "Ist jemand an der Wahrheit interessiert?" und dem Text, es handele sich dabei um das "nicht von skrupellosen Medien" manipulierte Video.

Varoufakis hatte schon zuvor den Vorwurf erhoben, die in der ARD gezeigten Sequenzen (ARD-Mediathek ab Minute 24) seien aus dem Kontext gerissen gewesen. Der verantwortliche NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz gab auf Twitter zu: "Dass er (Varoufakis) sich auf 2010 bezog, hätte man allerdings sagen sollen." Der Ökonomieprofessor hatte den Vortrag im Mai 2013 bei einem kapitalismuskritischen Festival in der kroatischen Hauptstadt Zagreb gehalten, also lange vor seiner Zeit als Finanzminister.

Aussage mit dem Finger untermalt

Darin kommt er auf die schwierige Lage in Griechenland 2010 zu sprechen, als das Land seinen Zugang zum Kapitalmarkt verlor und von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mit einem ersten Kreditprogramm vor der Peilte bewahrt wurde.

Wörtlich sagte Varoufakis: "Mein Vorschlag war, Griechenland sollte einfach bekanntgeben, das es zahlungsunfähig ist - so wie es Argentinien tat -, innerhalb des Euro, im Januar 2010, und Deutschland den Finger zeigen und sagen, ihr könnt das Problem jetzt alleine lösen." Diese Aussage untermalte er mit dem Finger.

"Ohne jeden Zweifel gefälscht"

Nachdem Varoufakis in der ARD-Sendung mit dem nun von ihm selbst verbreiteten Video konfrontiert worden war, hatte er gesagt: "Das Video ist manipuliert. Ich habe nie den Finger gezeigt." In einem Gespräch mit "Spiegel Online" bekräftigte der Minister seine Vorwürfe sogar nochmal: "Das Video wurde ohne jeden Zweifel gefälscht." Dabei unterstellte er der Jauch-Sendung böse Absicht.

"Es ist der beklagenswerte Versuch, eine TV-Show zu torpedieren, in der ich versucht habe, dem deutschen Publikum eine Hand der Freundschaft anzubieten." Außerdem warf der Minister Jauch vor, mit Absicht auf gefälschte Bilder zugegriffen zu haben. "Es ist unvorstellbar, dass sie nicht wussten, dass das Video gefälscht wurde."

Dagegen erklärte die Redaktion von Anfang an, es gebe keine Anzeichen von Manipulation oder Fälschung.

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