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Ruck-Rede von Bundespräsident Gauck zur Karlspreis-Verleihung

Ruck-Rede von Gauck zur Karlspreis-Verleihung  

Gauck: "Wir müssen als Europäer zusammenrücken"

14.05.2015, 13:55 Uhr | rtr, dpa

Ruck-Rede von Bundespräsident Gauck zur Karlspreis-Verleihung. Unser Bundespräsident Joachim Gauck. (Quelle: dpa)

Unser Bundespräsident Joachim Gauck. (Quelle: dpa)

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Europäer aufgefordert, angesichts neuer Gefahren von innen und außen enger zusammenzurücken. Zugleich warnte Gauck in seiner Rede zur Verleihung des Karlspreises vor einer Rückkehr des Nationalismus. Der wichtigste Preis für Bemühungen um europäische Integration geht in diesem Jahr an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD).

"Wir erleben eine Krise des Vertrauens, des Vertrauens in das politische Projekt Europa, so wie es bisher existiert", sagte der Bundespräsident in Aachen. In fast allen Staaten der Europäischen Union gebe es populistische Tendenzen von links und rechts. Spätestens seit der Wahl etwa in Großbritannien werde es zunehmend unsicher, wie groß der Zusammenhalt der Mitgliedstaaten noch ist.

Die zunehmende Kritik an der EU in vielen europäischen Staaten sei alarmierend. Angesichts von Schuldenproblemen und Wettbewerbsschwäche seien der Rückzug auf nationale Antworten und schwindendes Vertrauen in das europäische Projekt aber erklärbar, mahnte der Staatschef die Politiker: "Auch wenn Wachstum ein wichtiges Gegenmittel ist, genügt es nicht zu hoffen, dass allein der Wind des nächsten Aufschwungs den Populismus verjagen wird wie der Morgen ein Gespenst."

"Nie war Deutschland europäischer"

Gerade jetzt müssten die Europäer ihre fundamentalen Werte verteidigen, sagte Gauck auch mit Blick auf terroristische Bedrohungen und die Kriege in der Ukraine oder Libyen. "Und immer, wenn es um Fundamentales geht, ist es unerlässlich, dass wir als Europäer zusammenrücken", betonte er.

Seinem eigenen Land wies der Bundespräsident dabei eine besondere Verantwortung zu. "Wir Deutsche in der Mitte der EU wollen dauerhaft ein verlässlicher Anwalt des europäischen Einigungsprozesses bleiben." Deutschland werde trotz der Probleme auch in Zukunft unbeirrt an der Union in Europa bauen. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung gelte: "Nie war Deutschland europäischer als heute, es ist ein zuverlässiger Stabilitätsanker geworden."

"Herausragender Vordenker"

Mit dem Karlspreis werden seit 1950 jedes Jahr Politiker für ihren Einsatz für die EU-Integration gewürdigt. Zu den Preisträgern der jüngeren Vergangenheit zählen Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008) und der jetzige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2006), unter den davor Geehrten sind aber auch etwa Bill Clinton, Papst Johannes Paul II. oder "der Euro" - hier alle Preisträger.

Der 59-jährige SPD-Politiker Schulz wurde "in Würdigung seiner bedeutenden Verdienste um die Stärkung des Parlaments und der demokratischen Legitimation in der EU" ausgezeichnet. So steht es auf der Urkunde. Sein Engagement, sich für die Europawahl 2014 auf einen Spitzenkandidaten zu verständigen und damit auf einen Anwärter für das Amt des Kommissionspräsidenten, sei ein historischer Meilenstein für die Demokratisierung der EU gewesen, hieß es zur Begründung. Schulz sei ein herausragender Vordenker des vereinten Europas.

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