Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Griechenland-Krise: Syriza-Politiker lassen EU-Retter abblitzen

Nach Krisentreffen in Brüssel  

Griechen lassen EU-Retter abblitzen

04.06.2015, 15:30 Uhr | AP, rtr

Griechenland-Krise: Syriza-Politiker lassen EU-Retter abblitzen. Griechenlands Regierungschef Tsipras und EU-Kommissionschef Juncker. (Quelle: AP/dpa)

Doch nicht so auf einer Linie: Griechenlands Regierungschef Tsipras und EU-Kommissionschef Juncker. (Quelle: AP/dpa)

Von wegen, die griechische Schuldenkrise stehe kurz vor einer Lösung. Kaum hatte das jüngste Treffen des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker für leise Hoffnung gesorgt, kommen schon wieder ablehnende Stimmen aus Athen. Auch Tsipras selbst hält das vorgelegte Maßnahmenpaket für nicht akzeptabel.

Allein die von seiner Regierung vorgelegten Reformvorschläge seien realistisch, erklärte Tsipras. Bedenken über die Zahlungsfähigkeit seiner Regierung wischte er weg: Die am Freitag fälligen 300 Millionen Euro würden pünktlich an den IWF gezahlt - "machen Sie sich darüber keine Sorgen". 

Führende Politiker der in Athen regierenden Syriza-Partei wiesen den von Juncker gemachten Lösungsvorschlag ebenfalls zurück. Es sind allerdings weder Details von dem Vorschlag bekannt noch die Gründe für die Ablehnung. Der Syriza-Geschäftsführer Tassos Koronakis sagte, die Vorschläge könnten keine Basis für ein Abkommen sein. Die Athener Börse reagierte am Donnerstagmorgen mit einem Kursverlust von 2,6 Prozent auf den Ausgang der Krisengespräche.

"Machen Sie sich keine Sorgen"

Athen muss dem IWF allein in diesem Monat 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen, die erste Rate über 300 Millionen am Freitag. Es ist unklar, wie lange Griechenland das ohne Hilfe seiner europäischen Gläubiger noch kann. Finanzministers Gianis Varoufakis sagte: "Als Finanzminister kann ich auf diese Frage nicht anders antworten als mit den Worten: Der griechische Staat hat das Ziel, immer seinen Verpflichtungen gegenüber allen seinen Gläubigern nachzukommen."

Bei den Verhandlungen zwischen Athen und seinen europäischen Geldgebern geht es um die letzte Rate aus dem EU-Rettungspaket über 7,2 Milliarden Euro. Sie ist seit August 2014 eingefroren. Die Eurogruppe will das Geld nur nach Zusicherung glaubwürdiger Reformen an Athen auszahlen. Seit der Verlängerung des Hilfsprogramms im Februar um vier Monate wird darüber verhandelt.

Varoufakis gegen Neuwahlen

Der griechische Finanzminister erklärte unterdessen im Rundfunk seines Landes, er halte Neuwahlen nicht für nötig. Dafür gebe es keinerlei Gründe. "Das Volk hat unserer Regierung ein klares Mandat gegeben", sagte Varoufakis.

In der Fraktion der linken Syriza-Partei waren zuletzt solche Überlegungen laut geworden: Wenn die Regierung von den internationalen Gläubigern zur Annahme eines Reformplans gezwungen würde, der ihren Wahlversprechen zuwiderlaufe, dann sollten die Griechen neu abstimmen können.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal