Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Reformpaket: Was die Geldgeber von den Griechen konkret verlangen

Maßnahmenpaket der Gläubiger  

Was die Geldgeber von den Griechen konkret verlangen

04.06.2015, 16:35 Uhr | rtr, dpa

Reformpaket: Was die Geldgeber von den Griechen konkret verlangen. Griechenlands Regierungschef Tsipras (l.) und EU-Kommissionspräsident Juncker läuft allmählich die Zeit davon. (Quelle: dpa)

Griechenlands Regierungschef Tsipras (l.) und EU-Kommissionspräsident Juncker läuft allmählich die Zeit davon. (Quelle: dpa)

Einen Tag bevor Griechenland 300 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen muss, ist eine Einigung zwischen dem von der Pleite bedrohten Land und seinen internationalen Gläubigern weiter nicht in Sicht. Ein vorgelegtes Maßnahmenpaket hält Ministerpräsident Alexis Tsipras für nicht akzeptabel und verweist stattdessen auf eigene Reformvorschläge. Insider berichten nun, was die Gläubiger konkret von der Regierung in Athen verlangen.

Demnach verlangen der (IWF) und die Euro-Partner von den Griechen Rentenkürzungen, die sich auf ein Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) belaufen sollen. Zudem sollen 800 Millionen Euro durch Einschnitte bei Renten für Geringverdiener eingespart werden.

Die Regierung solle außerdem auf die Rücknahme der Rentenreform und auf eigenmächtige Schritte bei der Arbeitsmarktreform verzichten, zitieren mit der Sache vertraute Personen aus dem fünfseitigen Papier. Darüber hinaus soll die Mehrwertsteuer im Volumen von einem Prozent des BIP angehoben werden.

Gläubiger bestehen auf Privatisierung

Die Geldgeber bestehen den Insidern zufolge zudem auf der Privatisierung der Häfen in Piräus und Thessaloniki, von Ölkonzernen und Netzbetreibern sowie des Telefon-Unternehmens OTE. Einige der Forderungen hatte Tsipras zuvor als rote Linien bezeichnet, die er nicht überschreiten werde. Alleine die von seiner Regierung vorgelegten Reformmaßnahmen seien realistisch, sagte Tsipras.

Im Gegenzug für eine Umsetzung der Maßnahmen würde Athen Zugriff auf die 10,9 Milliarden Euro erhalten, die beim Euro-Rettungsfonds EFSF liegen, sagten die Insider. Der Betrag war ursprünglich zur Stabilisierung maroder griechischer Banken vorgesehen. Mit dem Geld soll der griechische Finanzbedarf im Juli und August abgedeckt werden, wenn Rückzahlungen an die Europäische Zentralbank (EZB) in Höhe von insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro fällig werden.

Nächstes Spitzentreffen am Freitag?

Schon an diesem Freitag könnten Spitzenvertreter der EU und die Griechen zu einem weiteren Krisentreffen zusammenkommen. Offiziell bestätigt ist diese Informationen aber noch nicht nicht. Es gebe die Absicht, noch vor dem am Sonntag beginnenden G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern einen Kompromiss über das griechische Reformpaket zu vereinbaren, hieß es. 

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal