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Welcher Unionspolitiker hat heimlich Gianis Varoufakis besucht?

Union sucht Lästermaul  

Wer hat heimlich Gianis Varoufakis besucht?

30.07.2015, 16:58 Uhr | dpa

Welcher Unionspolitiker hat heimlich Gianis Varoufakis besucht?. Der damalige griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hatte kurz vor dem Referendum Besuch von einem Unionsabgeordneten. (Quelle: dpa)

Der damalige griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hatte kurz vor dem Referendum Besuch von einem Unionsabgeordneten. (Quelle: dpa)

Die Unionsfraktion im Bundestag ist auf der Suche nach einem Abgeordneten, der allzu deutlich vom Kurs der Partei in der Griechenland-Krise abgewichen ist - aber offenbar nicht dazu steht.

Hintergrund ist ein Interview des ehemaligen griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis mit dem Journalisten Ian Parker. Der hat ein längeres Porträt über den Ökonomen mit dem Titel "Der griechische Krieger" für die aktuelle Ausgabe des "New Yorker" geschrieben.

Varoufakis plauderte dabei aus, dass er einen Tag vor dem Referendum in Griechenland über die Sparmaßnahmen am 5. Juli Besuch von einem Bundestagsabgeordneten der Union bei sich Zuhause hatte.

"Ich glaube nicht an das, was wir euch antun"

Der Politiker habe sich ungewöhnlich deutlich vom Kurs der Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble distanziert. "Ich glaube nicht an das, was wir euch antun", soll er Varoufakis unter anderem gesagt haben.

Nun macht sich die Union auf die Suche nach dem Abweichler in der Fraktion: Bei 311 Abgeordneten (255 von der CDU und 56 von der CSU) kein ganz leichtes Unterfangen.

Beten für den Atheisten

Die Fraktion hat bereits geprüft, ob jemand in dem fraglichen Zeitraum eine Reise nach Griechenland angemeldet hat. Hat aber niemand, wie ein Sprecher angibt. Ohne den Verwaltungsakt gibt es keine Kostenerstattung. Also ist der Abgeordnete entweder privat gereist, oder die Geschichte stimmt nicht.

Von Varoufakis haben viele in der Fraktion vor allem nach dessen Beschimpfungen der Gläubiger als Terroristen keine hohe Meinung. Also wer könnte zu ihm gefahren sein und die deutsche Rettungspolitik als etwas Schlimmes dargestellt haben - wenn es denn so war?

Auf jeden Fall wohl ein gläubiger Christdemokrat. Denn er soll auch noch versichert haben, dass er für Varoufakis beten werde, obwohl der Atheist sei. Die Zeitung "Die Welt" rät: "Melden Sie sich einfach von sich aus (...). Denn Varoufakis plaudert es sowieso irgendwann aus."

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