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Griechenland plante Ermittlungen gegen deutsche Unternehmen

Details aus Athens Alternativplan  

Regierung plante Ermittlungen gegen deutsche Konzerne

01.08.2015, 19:59 Uhr | AFP

Griechenland plante Ermittlungen gegen deutsche Unternehmen. Gegen Siemens-Mitarbeiter laufen in Griechenland bereits Ermittlungen. (Quelle: dpa)

Gegen Siemens-Mitarbeiter laufen in Griechenland bereits Ermittlungen. (Quelle: dpa)

Der griechische Alternativplan im Fall einer von den Gläubigern erzwungenen ungeordneten Insolvenz hat einem Pressebericht zufolge auch Korruptionsermittlungen gegen deutsche Unternehmen beinhaltet. Bei Anwendung des Plans wären entsprechende Ermittlungen gegen in Griechenland tätige deutsche Konzerne wie Siemens, Lidl, Allianz, MAN und Hochtief eingeleitet worden, berichtet die griechische Zeitung "Efimerida ton Syntakton".

Gegen Siemens-Mitarbeiter läuft in Griechenland bereits ein Prozess wegen eines Bestechungsskandals: Sie sollen 1997 etwa 70 Millionen Euro Schmiergelder an die griechische Telekommunikationsgesellschaft OTE gezahlt haben, um die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes übernehmen zu können. Rund ein Dutzend damaliger Siemens-Vertreter und rund 40 weitere Angeklagte stehen deshalb seit März vor Gericht.

Ein weiterer Punkt in Athens Alternativplan waren der Zeitung zufolge Verstaatlichungen. So sei etwa die Verstaatlichung des erst 2013 privatisierten Glücksspielunternehmens Opap vorgesehen gewesen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Geplant gewesen seien auch Mauteinkünfte an den Autobahnen und der größten Brücke des Landes. Ziel des Plans sei es gewesen, "die Kosten für den Bruch" für die Gläubiger zu erhöhen.

Deutschland schärfster Kritiker

Die Regierung in Athen wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte allerdings am Freitag im Parlament gesagt, er habe Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis angewiesen, einen "Abwehrplan" für den Fall auszuarbeiten, dass Griechenland den Euro verlassen müsse. Details zu den Inhalten des Plans nannte er aber nicht.

Deutschland trägt die größte Last der Hilfspakete für Griechenland und zählt zu den schärfsten Kritikern der nach Ansicht Berlins reichlich zaghaften Reformbemühungen in dem Land. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zudem ein vorübergehendes Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ins Spiel gebracht.

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