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Toter Junge von Bodrum in Kobane beigesetzt: Vater reist nach Syrien

Vater reiste ins Bürgerkriegsland  

Toter Junge von Bodrum in Kobane beigesetzt

04.09.2015, 14:14 Uhr | AFP, rtr, AP

Toter Junge von Bodrum in Kobane beigesetzt: Vater reist nach Syrien. Unfassbares Leid: Abdullah Kurdi (links) trauert um seine tote Familie. (Quelle: AP/dpa)

Unfassbares Leid: Abdullah Kurdi (links) trauert um seine tote Familie. (Quelle: AP/dpa)

Der auf der Flucht nach Europa ertrunkene dreijährige Aylan ist in seiner nord-syrischen Heimatstadt Kobane beigesetzt worden. Auch sein ebenfalls ums Leben gekommener Bruder und seine Mutter seien bestattet worden, bestätigte ein Kurden-Sprecher. Vater Abdullah Kurdi war zu dem Begräbnis in die Stadt gereist, die bis vor Kurzem noch zwischen Kurden und der IS-Terrormiliz umkämpft war.

"Ich hoffe, dass meine Geschichte die Menschen dazu bringt, den Flüchtlingen mehr zu helfen", sagte der Vater dem kurdischen Sender Rudaw. Aylans lebloser Körper war an einem Strand im türkischen Bodrum angespült worden. Der Junge gehörte einer Gruppe von Flüchtlingen an, die per Boot die griechische Insel Kos erreichen wollte. Das Foto des toten Kindes hatte weltweit Bestürzung ausgelöst und die Dramatik der aktuellen Flüchtlingswelle vor Augen geführt.

Türkische Soldaten überwachen den Leichenzug nach Kobane. Der Vater ist mit dabei. (Quelle: AP/dpa)Türkische Soldaten überwachen den Leichenzug nach Kobane. Der Vater ist mit dabei. (Quelle: AP/dpa)

Vor der Beisetzung hatte eine Kolonne von Fahrzeugen mit den Leichnamen und Menschen, die der Beisetzung beiwohnen wollten, die türkisch-syrische Grenze passiert. Der Zug wurde von Soldaten der türkischen Armee schwer bewacht.

Foto-Serie mit 4 Bildern

Dramatische Minuten

Während seine Familie bei der Überfahrt auf die griechische Insel, die nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegt, ums Leben kam, hatte der Vater überlebt - und behält traumatische Erinnerungen. Der Kapitän des überladenen Bootes habe demnach angesichts hoher Wellen Panik bekommen, sei ins Wasser gesprungen und geflohen.

Das kleine Boot sei mit zwölf Flüchtlingen und dem Kapitän überladen gewesen. Es sei nur vier Minuten auf See gewesen, als der Kapitän über Bord gesprungen sei. Er selbst habe daraufhin das Ruder übernommen, erzählte der Vater. "Die Wellen waren so hoch und das Boot kippte um. Ich nahm meine Frau und meine Kinder in die Arme und bemerkte, dass sie alle tot waren."

Kanada widerspricht Vorwürfen

Unterdessen hatte die kanadische Einwanderungsbehörde erklärt, von der Familie keinen Einwanderungsantrag erhalten zu haben. Das teilte das zuständige Amt mit und wies entsprechende Informationen eines kanadischen Politikers zurück. Es habe lediglich einen Antrag auf Flüchtlingsstatus vom Bruder des Familienvaters Abdullah Kurdi gegeben. Dieser sei aber unvollständig gewesen.

Der Abgeordnete Fin Donnelly hatte der "Canadian Press" gesagt, er habe sich persönlich bei dem kanadischen Einwanderungsminister dafür eingesetzt, dass die Familie aus Kobane nach Kanada zu einer dort seit mehr als 20 Jahren lebenden Tante auswandern könne. Doch dies sei abgelehnt worden. Nur deshalb habe die Familie die gefährliche Reise in einem Boot von der türkischen Küste in Richtung der griechischen Insel Kos unternommen, sagte Donelly.

Die Tante des Dreijährigen, Teema Kurdi, sagte der Zeitung "Ottawa Citizen", die Behörden hätten erklärt, die Familie habe keine Ausreise-Visa und darüber hinaus keinen international anerkannten Flüchtlingsstatus. "Ich versuchte, für sie zu bürgen. Mein Freund und meine Nachbarn halfen mir mit Bankeinlagen, aber wir konnten sie nicht herausholen. Das ist der Grund, warum sie in das Boot stiegen."

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