Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Europäische Union >

Erster Sonderzug abgefahren: Bis zu 4000 Flüchtlinge bereits in Österreich eingetroffen

Erster Sonderzug abgefahren  

Bis zu 4000 Flüchtlinge bereits in Österreich eingetroffen

05.09.2015, 09:22 Uhr | dpa , rtr , AFP , t-online.de

Erster Sonderzug abgefahren: Bis zu 4000 Flüchtlinge bereits in Österreich eingetroffen. Flüchtlinge warten am Bahnhof Nickelsdorf in Österreich darauf, an Bord des Sonderzugs nach Salzburg zu gehen. (Quelle: Reuters)

Flüchtlinge warten am Bahnhof Nickelsdorf in Österreich darauf, an Bord des Sonderzugs nach Salzburg zu gehen. (Quelle: Reuters)

Immer mehr Flüchtlinge aus Ungarn treffen in Österreich ein. In den vergangenen Stunden kamen bis zu 4000 Menschen über die Grenze. Ein erster Sonderzug mit Flüchtlingen aus Ungarn hat am mittlerweile den Bahnhof des österreichischen Grenzortes Nickelsdorf verlassen.

Deutschland und Österreich hatten sich in der Nacht zum Freitag bereit erklärt, die Flüchtlinge einreisen zu lassen. Damit haben das tagelange Warten und die Auseinandersetzungen mit der ungarischen Polizei vorläufig ein Ende.

Die Flüchtlinge wurden mit Dutzenden Bussen an die Grenze gefahren und auf der österreichischen Seite von Helfern mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt. Österreichs Polizei rechnet mit bis zu 10.000 Menschen, die im Laufe des Tages über die Grenze kommen könnten. "Ich stehe direkt an der Grenze zu Ungarn und schaue hinunter. Die Ströme, die raufkommen, die reißen derzeit nicht ab", zitierte APA Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. "Wir warten auf 17, 18 Doppelstockbusse, dass wir Leute weiterverbringen können nach Wien, vielleicht auch noch Richtung Deutschland."

"Wir sind glücklich. Wir werden nach Deutschland gehen", sagte ein Syrer bei der Ankunft. Der Sonderzug soll die Flüchtlinge bis nach Salzburg nahe der deutschen Grenze bringen. "Ich stehe direkt an der Grenze zu Ungarn und schaue hinunter. Die Ströme, die raufkommen, die reißen derzeit nicht ab", sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. "Wir warten auf 17, 18 Doppelstockbusse, dass wir Leute weiterverbringen können nach Wien, vielleicht auch noch Richtung Deutschland."

Ungarn hatte am Freitagabend entschieden, die tagelang am Bahnhof von Budapest festsitzenden Flüchtlinge mit Bussen an die österreichische Grenze zu bringen. Die ersten Busse hatten den Grenzübergang am frühen Morgen erreicht. Österreich erklärte, im Laufe des Vormittags mit der Ankunft von bis zu 3000 Flüchtlingen zu rechnen. Begleitet von Polizisten wurden die Flüchtlinge zunächst von Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Empfang genommen.

Die meisten wollen weiter nach Deutschland

Österreich und Deutschland hatten sich zuvor bereit erklärt, die Flüchtlinge einreisen zu lassen. Die Entscheidung sei aufgrund der "aktuellen Notlage an der ungarischen Grenze" und in Abstimmung mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen worden, teilte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann mit. Der deutsche Vize-Regierungssprecher Georg Streiter bestätigte, dass Österreich und Deutschland vereinbart hätten, dass die Flüchtlinge bleiben könnten - "entweder in Österreich oder Deutschland. Wie sie wollen".

Bundeskanzler Werner Faymann erklärte heute nach einem Gespräch mit dem ungarischen Premierminister Victor Orban, in...

Posted by Bundeskanzler Werner Faymann on Freitag, 4. September 2015

Nur eine Minderheit der Flüchtlinge will indes in Österreich einen Asylantrag stellen. Diejenigen, die das wünschten, sollten sich zunächst in einen Konzertsaal begeben, um Formalitäten zu erledigen. Anschließend sollten sie in Unterkünfte gebracht werden. Die meisten Flüchtlinge wollen jedoch weiter nach Deutschland.

Ungarn soll Dublin-Abkommen weiter nachkommen

Wien und Berlin erwarteten aber weiterhin, dass Ungarn seinen Verpflichtungen aus dem Dublin-Abkommen nachkomme. Nach geltenden EU-Regeln ist eigentlich das Land für einen Flüchtling zuständig, in dem er zum ersten Mal den Boden der Gemeinschaft betritt. Die ungarische Regierung hatte zunächst versprochen, sich an die Vereinbarungen zu halten und tagelang Züge nach Deutschland und Österreich gestrichen.

Die bereitgestellten Busse hatten die Flüchtlinge an der Autobahn und am Bahnhof Keleti eingesammelt. Dort waren sie zuvor tagelang an der Weiterfahrt Richtung Westeuropa gehindert wurden. "Wir sind so froh, dass endlich etwas passiert", sagte der 23-jährige Osama aus Syrien. "Der nächste Halt ist Österreich. Die Kinder sind sehr müde, Ungarn ist sehr schlecht, wir müssen irgendwo hin."

Viele der völlig erschöpften Flüchtlinge schliefen auf der Busfahrt, andere blieben wach, weil sie fürchteten, doch noch in ein ungarisches Flüchtlingslager gebracht zu werden. Er habe sich nicht wohl dabei gefühlt, den Bahnhof Keleti zu verlassen, sagte der 26-jährige Mohammed aus Damaskus. Erst als er aus dem Busfenster die Donau erblickte, wurde er etwas ruhiger. Er habe schon viel über den Fluss gehört, sagte er. "Er ist wunderschön."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal