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Ungarn: Flüchtlinge brechen erneut Richtung Grenze auf

Hunderte verlassen Bahnhof in Budapest  

Flüchtlinge brechen erneut Richtung Grenze auf

05.09.2015, 16:48 Uhr | t-online.de, AP, AFP, rtr, dpa

Ungarn: Flüchtlinge brechen erneut Richtung Grenze auf. Hunderte Flüchtlinge sind erneut auf dem Weg Richtung österreichische Grenze. (Quelle: dpa)

Hunderte Flüchtlinge sind erneut auf dem Weg Richtung österreichische Grenze. (Quelle: dpa)

Die ersten Flüchtlinge, die in Ungarn gestrandet waren, sind in Deutschland angekommen. Mit Österreich zusammen hatte man sich zuvor bereit erklärt, die Migranten aufzunehmen. Die Bundesregierung betont, dass dies eine Ausnahme bleibe. In Budapest brechen schon wieder die nächsten Menschen auf. Fast alle wollen nach Deutschland.

+++ Deutschland hat "nur eine akute Notlage bereinigt" +++

Die Bundesregierung ist dem Eindruck entgegengetreten, die Ausreise Tausender Flüchtlinge von Ungarn nach Österreich und Deutschland könnte ein Präzedenzfall sein. "Wir haben jetzt eine akute Notlage bereinigt. In diesem Fall stimmen Deutschland und Österreich einer Weiterreise der Flüchtlinge zu", sagte Regierungssprecher Georg Streiter.

+++ Flüchtlinge brechen erneut zu Fuß auf +++

Mehrere Hundert Flüchtlinge verlassen nach Angaben eines Reuters-Fotografen den Budapester Ostbahnhof und machen sich zu Fuß auf den Weg nach Wien.

Flüchtlinge kommen in München am Bahnhof an. (Quelle: dpa)Flüchtlinge kommen in München am Bahnhof an. (Quelle: dpa)

+++ Flüchtlinge in Deutschland angekommen +++

Ein Sonderzug aus Wien mit etwa 250 Flüchtlingen ist in München angekommen. Damit habe die bayerische Landeshauptstadt laut Bundespolizei seit Mitternacht rund 600 Menschen aufgenommen. Die Ankömmlinge würden zu einem Aufnahmezentrum gebracht und könnten in den nächsten Tagen auf Unterkünfte in anderen Regionen verteilt werden.

+++ Flüchtlinge sollen auf Länder verteilt werden +++

Die aus Ungarn kommenden Flüchtlinge sollen auf ganz Deutschland verteilt werden. Das sagte der Präsident der Regierung von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. Zu Grunde gelegt werde der Königsteiner Schlüssel. Er berücksichtigt Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl und wird jährlich neu berechnet.

+++ Lob für Deutschland +++

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat Deutschland und Österreich dafür gelobt, Tausende in Ungarn gestrandete Flüchtlinge einreisen zu lassen. Dies sei "politische Führungsstärke" gewesen, die auf "humanitären Werten" basiere. Zudem würdigte das Flüchtlingshilfswerk den Einsatz von Bürgern und Hilfsorganisationen, die die Flüchtlinge willkommen geheißen und versorgt hätten.

+++ Zehn Asylanträge in Österreich +++

Die Zahl der Flüchtlinge, die in Österreich bleiben wollen, ist verschwindend gering: "Jeder Flüchtling kann in Österreich selbstverständlich auch einen Antrag auf Asyl stellen und wird über diese Möglichkeit informiert. Bis jetzt haben etwa zehn Flüchtlinge in Österreich um Asyl angesucht. Die anderen Menschen wollen weiter, vorwiegend nach Deutschland", verkündet Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

+++ Steinmeier will Gipfel im Oktober +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier spricht sich für einen EU-Sondergipfel zur Flüchtlingsfrage Anfang Oktober aus. Man könne nicht warten bis zum regulären Termin Mitte Oktober. Eine Einigung auf eine Quote zur Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedstaaten habe es beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg nicht gegeben.

+++ Ungarn weist Verantwortung zurück +++

Ungarns Außenminister Peter Szijjarto hat jegliche Verantwortung für die Situation der Flüchtlinge in seinem Land zurückgewiesen. Die Situation sei das Resultat einer gescheiterten europäischen Migrationspolitik und einiger unverantwortlicher Kommentare europäischer Politiker, sagte Szijjarto.

+++ Tausende Flüchtlinge erwartet +++

Die österreichische Polizei rechnet mit bis zu 10.000 Flüchtlingen, die im Laufe des Tages von Ungarn aus über die Grenze kommen könnten. Die meisten dieser Menschen wollen offenbar unverzüglich weiter nach Deutschland reisen. So soll ein Sonderzug mit 450 Flüchtlingen, der am Vormittag in Salzburg erwartet wurde, vor dort nach einem kurzen Halt Deutschland weiterfahren. Die bayerische Polizei erwartet 5000 bis 10.000 Flüchtlinge. "Wir haben bislang keine verlässlichen Zahlen", sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

+++ Ungarn stoppt Flüchtlingstransporte per Bus +++

Ungarn organisiert keine weiteren Bustransporte von Flüchtlingen an die österreichische Grenze. Das sagte Regierungssprecher Zoltan Kovacs. Die am Freitag im Einvernehmen mit Österreich und Deutschland gestartete Transportaktion per Bus sei einmalig gewesen. Ziel sei gewesen, eine Notsituation zu vermeiden. Ab sofort aber stünden keine Busse mehr zur Verfügung.

+++ Österreichische Bahn bringt Flüchtlinge nach Deutschland +++

Die aus Ungarn nach Österreich kommenden Flüchtlinge können in zahlreichen Zügen nach München und Frankfurt am Main weiterreisen. Das sagte die Sprecherin der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Allein vom Wiener Westbahnhof aus seien sechs Zugabfahrten nach München und vier weitere über Passau nach Frankfurt geplant. Es handele sich dabei um reguläre Züge, die aber teils über den Wiener Westbahnhof umgeleitet werden.

+++ So können Sie helfen +++

Die Stadt München hat eine Internetseite zur Unterstützung für Flüchtlinge in München eingerichtet.

+++ Weitere Flüchtlinge zu Fuß unterwegs +++

Etwa 200 Flüchtlinge haben das Aufnahmelager Vamosszabadi nahe der Stadt Györ verlassen und sind zu Fuß Richtung Österreich aufgebrochen. In dem offenen Lager 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt habe sich herumgesprochen, dass Österreich seit Freitagabend Flüchtlinge aufnehme. Das berichtete das staatliche ungarische Fernsehen. Auch Flüchtlinge aus dem nordostungarischen Lager Debrecen hätten sich auf den weg nach Westen gemacht, berichtete das ungarische Nachrichtenportal "origo.hu".

+++ Sonderzug in Wien angekommen +++

Am Wiener Westbahnhof ist ein erster Sonderzug mit rund 400 Flüchtlingen eingetroffen. Zahlreiche freiwillige Helfer begrüßten die Menschen mit Applaus und teilten Essen, Getränke und Decken aus. Via Lautsprecherdurchsagen auf Arabisch informierte die Österreichische Bahn über die nächsten Abfahrtsmöglichkeiten Richtung Deutschland. Ab Wien fahren zahlreiche reguläre Züge nach Salzburg. Von dort besteht Verbindung nach München.

+++ Österreich: Dublin-Regeln bleiben in Kraft +++

Ungeachtet der derzeitigen Öffnung der Grenzen für aus Ungarn kommende Flüchtlinge sollen die Regeln des Dublin-Verfahrens grundsätzlich weiterhin gelten. Das erklärte Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann bezeichnete die Weiterreise Tausender Flüchtlinge über Österreich nach Deutschland im ORF als Ergebnis einer Notsituation.

+++ Sonderzug in Deutschland erwartet +++

Ein Sonderzug mit etwa 500 Flüchtlingen wird nach Angaben der Deutschen Bahn voraussichtlich zwischen 12 und 13 Uhr in München eintreffen. Ein Sprecher sagt, in Salzburg werde der Zug gegen 10.30 Uhr erwartet.

Flüchtlinge am Bahnhof in Nickelsdorf. (Quelle: Reuters)Flüchtlinge am Bahnhof in Nickelsdorf. (Quelle: Reuters)

+++ Kritik an ungarischer Polizei +++

Die österreichische Polizei hat mangelnde Kooperation Ungarns beim Weitertransport von Flüchtlingen beklagt. Man habe die Polizei im Grenzort im Hegyeshalom vergeblich gebeten, die ungarischen Busse bis in den österreichischen Grenzort Nickelsdorf fahren zu lassen, berichtete der Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

+++ Österreich und Deutschland erlauben Einreise +++

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel haben sich nach einem Telefonat mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban in der Nacht darauf geeinigt, Flüchtlinge aus Ungarn die Grenzen passieren zu lassen. Die Entscheidung sei aufgrund der aktuellen Notlage an der ungarischen Grenze getroffen worden, so Faymann.

Bundeskanzler Werner Faymann erklärte heute nach einem Gespräch mit dem ungarischen Premierminister Victor Orban, in...

Posted by Bundeskanzler Werner Faymann on Freitag, 4. September 2015

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