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Angela Merkel in der Flüchtlingskrise: Hochachtung in der Welt

Merkel in der Flüchtlingskrise  

Dämpfer in Deutschland - Hochachtung in der Welt

28.09.2015, 11:46 Uhr | Kristina Dunz, dpa

Angela Merkel in der Flüchtlingskrise: Hochachtung in der Welt. Auf internationaler Bühne kommt Angela Merkel derzeit bestens an. (Quelle: dpa)

Auf internationaler Bühne kommt Angela Merkel derzeit bestens an. (Quelle: dpa)

In Deutschland sinken die Beliebtheitswerte der Kanzlerin, im Ausland steigen sie. Sogar ein Weltstar wird zum Fan der Frau, die Flüchtlingen eine Lobby geben will.

Große Popstars haben ihre Fans auf der ganzen Welt. Sie werden bejubelt und fotografiert und um Selfies angebettelt. Aber auch Rockstars können Fans sein. Sogar von Politikern. Von einer Politikerin. Von Angela Merkel. Zu erleben beim UN-Gipfel am Wochenende in New York.

U2-Sänger Bono, Mitbegründer der Entwicklungshilfe-Lobbyorganisation One, hält dort vor einem an Geld und Einfluss reichen Publikum eine Lobeshymne auf die Kanzlerin. Es sei unglaublich, was diese Frau und ihr Land in den vergangenen Wochen in der Flüchtlingskrise geleistet hätten, schwärmt er. Merkel, die in diesem Forum mit Bono an einem Tisch gesessen hatte, war da schon zum nächsten Termin geeilt. Die "Bild"-Zeitung sorgte dann dafür, dass die Rede einem großen Publikum in Deutschland bekannt wurde.

Umfragewerte im Keller

Zuhause, in der eigenen Union fällt die Begeisterung für Merkel, deren Politik der Mitte CDU und CSU seit Jahren einen großen Vorsprung vor der SPD zu verdanken haben, inzwischen deutlich kleiner aus. CSU-Chef Horst Seehofer geht offen auf Konfrontation zu ihr. In der CDU wird in der zweiten Reihe gestänkert. Das gab es bisher so nur in der Griechenlandkrise. Der wichtigste Gradmesser für Merkel sind aber die Umfragewerte. Und die sehen jetzt so schlecht aus wie seit Jahren nicht mehr.

Auf der "Politikertreppe" des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" musste die Kanzlerin erstmals in dieser Legislaturperiode den Spitzenplatz abgeben. Im jüngsten ZDF-"Politbarometer" rutschte Merkel in einer Umfrage zu den wichtigsten Politikern auf Platz vier ab. Im Osten verlor die Kanzlerin deutlich an Zustimmung - aber im Westen legte sie zu. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland steigerte sich im Sonntagstrend auf sechs Prozent.

Schicksalsfrage von Merkels Kanzlerschaft?

Manch einer zieht bereits Parallelen zum Scheitern von Altkanzler Gerhard Schröder an seiner Agenda 2010, die das Land aber zukunftsfest gemacht hat, wie ihm heute attestiert wird. Für Merkel werde die Bewältigung des Flüchtlingsandrangs zur Schicksalsfrage ihrer Kanzlerschaft, glauben Politiker in Koalition und Opposition.

In New York trifft Merkel zahlreiche Staats- und Regierungschefs - fast jedes Gespräch dreht sich um diese Krise. Merkel wird Respekt gezollt dafür, dass Deutschland Verantwortung übernimmt, sich nicht abschottet, sondern sich im Gegenteil für die Menschen in der Not öffnet. Dafür, wie sie klarstellt, dass Europa nicht einfach zusehen darf, wie im Mittelmeer Männer, Frauen und Kinder ertrinken.

Diplomaten zücken ihr Handy

Selbst Diplomaten zücken in New York schnell ihr Smartphone, wenn Merkel in den Raum kommt. Fotografen berichten, dass sie das sonst eben nur bei Popstars erleben. Und Bono sagt noch über Merkel: "Das ist die Art von Führung, die wir seit langer, langer Zeit auf der Weltbühne nicht gesehen haben."

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