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Flüchtlinge: Ungarn macht Grenze zu Kroatien dicht

Mit Zaun abgeriegelt  

Ungarn schließt Grenze zu Kroatien

17.10.2015, 14:02 Uhr | dpa

Flüchtlinge: Ungarn macht Grenze zu Kroatien dicht. Ungarische Soldaten sichern die Grenze zum Nachbarland Kroatien. (Quelle: Reuters)

Ungarische Soldaten sichern die Grenze zum Nachbarland Kroatien. (Quelle: Reuters)

Ungarn setzt seine radikale Linie in der Flüchtlingskrise fort: In der vergangenen Nacht hat das EU-Land die mehr als 300 Kilometer lange Grenze zu Kroatien mit einem Zaun abgesperrt. 

Der illegale Grenzübertritt ist nun auch auf diesem Abschnitt strafbar. Damit will Ungarn die ungehinderte Einreise von Migranten stoppen. Die Flüchtlinge auf der Balkanroute haben nun ein weiteres Hindernis, nachdem Ungarn bereits vor einem Monat die 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien abgeriegelt hatte. 

"Wir haben den Mechanismus der Grenzschließung eingeführt", sagte Regierungssprecher Zoltan Kovacs um Mitternacht im Grenzort Zakany, wo eine Eisenbahnlinie aus Kroatien nach Ungarn führt.

Etwa 6000 neue Flüchtlinge seien allein am Freitag aus Kroatien nach Ungarn gekommen, fügte György Bakondi, Sicherheitsberater des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban hinzu. Nur eine halbe Stunde vor Grenzschließung ließ Ungarn etwa 1200 Flüchtlinge passieren, die per Eisenbahn in Zakany angekommen waren.

Kritik aus Deutschland 

Bisher waren die vor allem aus Syrien, Afghanistan und Pakistan kommenden Flüchtlinge von der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien und Kroatien nach Ungarn gereist. Die ungarischen Behörden hatten sie weiter an die Grenze zu Österreich transportiert, die sie zu Fuß überquerten. 

Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, die von der ungarischen Seite angekündigten Maßnahmen lösten sicher das Problem der Migrations- und Flüchtlingsströme nicht: "Es besteht dafür zum jetzigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit. Die Maßnahmen laufen unseren Versuchen zuwider, EU-Solidarität herzustellen."

Vor einem Monat hatte Ungarn mit dem Zaunbau an der kroatischen Grenze begonnen. Etwa zwei Drittel dieser 300 Kilometer langen Grenze bilden die Flüsse Drau und Mur. Ob und wie die Fluss-Abschnitte gesperrt werden, ist aktuell unklar.

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