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Der Flüchtlingszustrom versiegt auch im Winter nicht

Neue Zahlen zeigen  

Auch der Winter kann den Flüchtlingszustrom nicht aufhalten

29.01.2016, 16:55 Uhr | dpa, t-online.de

Der Flüchtlingszustrom versiegt auch im Winter nicht. Flüchtlinge in der türkischen Provinz Çanakkale. Ihr Ziel: die griechische Insel Lesbos, auf der seit Monaten Tausende von Asylsuchenden ankommen. (Quelle: dpa)

Flüchtlinge in der türkischen Provinz Çanakkale. Ihr Ziel: die griechische Insel Lesbos, auf der seit Monaten Tausende von Asylsuchenden ankommen. (Quelle: dpa)

Die Sicherung der EU-Außengrenzen - unter vielen Politikern gilt dies als wichtigste Maßnahme gegen den Flüchtlingszustrom. Doch neue Zahlen zeigen, sie sind weit davon entfernt, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen seit Jahresbeginn bis zum 27. Januar knapp 50.700 Flüchtlinge und Migranten von der Türkei nach Griechenland. Zum Vergleich: Im Juli 2015 - bei weniger gefährlichen Wetterverhältnissen - hatten 55.000 Migranten von der Türkei zu griechischen Inseln übergesetzt.

Die Tabelle zeigt die Zahl der Menschen, die in den letzten zehn Monaten über das Mittelmeer nach Europa kamen:

AprMaiJuniJuliAugSeptOktNovDezJan 2016
13.55617.88931.31854.899107.843147.123211.663151.249108.74250.668

(Quelle: UNHCR)

Januar: Fast 250 tote Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) zählte im Januar im Tagesschnitt 2000 Flüchtlinge auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa. Das seien so viele wie im gesamten Januar 2014, teilte die Organisation in Genf mit. Bis zum 28. Januar seien 52.055 Bootsflüchtlinge in Griechenland und 3473 in Italien angekommen.

Bis zum 28. Januar kamen laut IOM mindestens 244 Menschen bei dem Versuch ums Leben, Europa auf dem Seeweg zu erreichen. 2015 seien es im gleichen Zeitraum 82 gewesen, 2014 nur zwölf.

Ungarns Regierungschef Viktor Orban wertete den Flüchtlingsandrang als Gefahr für die Sicherheit Europas. "Die Terrorgefahr steigt; die öffentliche Ordnung verschlechtert sich", warnte er in Sofia nach einem Treffen mit seinem bulgarischen Kollegen Boiko Borissow. Borissow erklärte: "Die EU-Außengrenzen sollen unverzüglich geschlossen werden." Bulgarien verlängert gegenwärtig einen Grenzzaun zur Türkei, um die Migranten zu Grenzübergängen zu schleusen, wo sie registriert werden können.

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