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Mazedonien setzt Tränengas gegen Flüchtlinge ein

Grenze zu Griechenland  

Mazedonien setzt Tränengas gegen Flüchtlinge ein

29.02.2016, 16:38 Uhr | AP, dpa

Mazedonien setzt Tränengas gegen Flüchtlinge ein. Flüchtlinge versuchen den Grenzzaun nach Mazedonien zu überwinden. (Quelle: AP/dpa)

Flüchtlinge versuchen den Grenzzaun nach Mazedonien zu überwinden. (Quelle: AP/dpa)

Die mazedonische Polizei hat am Montag an der Grenze Tränengas und Blendgranaten gegen Flüchtlinge aus Griechenland eingesetzt. Zuvor hatten die Menschen eine Bahntrasse gestürmt.

Hunderte verzweifelte Migranten versuchten, so nach Mazedonien zu gelangen. Auslöser war nach Medienberichten ein Gerücht, wonach Mazedonien angeblich seine Grenze wieder für alle Migranten geöffnet habe. "Frei, frei, wir können rüber", schrie ein Flüchtling im griechischen Fernsehen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte Menschen in Sprechchören verlangt, die Grenze zu öffnen. Am Montag warfen Protestierende dann auch Steine auf die mazedonische Polizei. Zwischen Idomeni und Gevgelija rissen sie mit einfachen Werkzeugen Teile des von Mazedonien errichteten Grenzzauns nieder. Eine Öffnung des Tores gelang ihnen aber nicht. Die mazedonischen Grenzpolizisten setzten massiv Tränengas gegen die Flüchtlinge ein, die sich daraufhin teils in Panik auf griechischem Territorium zurückzogen. Informationen über Verletzte gab es zunächst nicht. Die griechische Polizei hielt sich aus Angst vor einer Eskalation zurück.

Etwa 25.000 Menschen sitzen in Griechenland fest

Viele von ihnen harren dort seit Tagen aus, nach griechischen Angaben stauen sich rund 7000 Menschen im Grenzgebiet. 500 seien in einem kurzfristig errichteten Camp rund 20 Kilometer entfernt untergebracht. Insgesamt sitzen nach offiziellen Angaben nun mehr als 22.000 Menschen in Griechenland fest. Denn über die Ägäis landeten zuletzt immer noch Hunderte in Griechenland an und kommen nun nicht weiter.

Die Länder an der Balkanroute - Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien - hatten sich unter Führung Österreichs darauf verständigt, täglich nur noch bis zu 580 Migranten nach Norden durchzulassen. Da der Zustrom der Menschen aus der Türkei nach Griechenland anhält, sitzen nach Medienberichten dort schätzungsweise 25 000 Menschen fest - mit steigender Tendenz.

In der Nacht zum Montag durften 305 Flüchtlinge nach Norden weiterreisen, sagten griechische Polizisten. Danach wurde der Grenzzaun wieder geschlossen.

Chaos in Athen

In der Hafenstadt Piräus kamen am Montagmorgen an Bord von drei Fähren mehr als 2000 Migranten an. Sie hatten zuvor von der türkischen Küste aus zu den griechischen Inseln übergesetzt.

Im Zentrum der Hauptstadt Athen spielten sich chaotische Szenen ab: Am zentralen Viktoria-Platz verbrachten Hunderte Flüchtlinge - darunter Familien mit Kleinkindern - die Nacht im Freien, wie Augenzeugen berichteten. Anwohner und freiwillige Helfer versuchten den Menschen zu helfen. Sie brachten Lebensmittel und Medikamente.

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