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Österreich-Wahl: Faymann sieht sich weiterhin fest im Sattel

Trotz Wahl-Debakel in Österreich  

Kanzler Faymann sieht sich weiterhin fest im Sattel

25.04.2016, 15:35 Uhr | dpa

Österreich-Wahl: Faymann sieht sich weiterhin fest im Sattel. Österreichs Kanzler Werner Faymann hat sich zwar von der Willkommens-Kultur verabschiedet. Den großen Wahlerfolg fuhr dennoch die FPÖ ein. (Quelle: dpa)

Österreichs Kanzler Werner Faymann hat sich zwar von der Willkommens-Kultur verabschiedet. Den großen Wahlerfolg fuhr dennoch die FPÖ ein. (Quelle: dpa)

Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl eindeutig für sich entschieden. Für die rot-schwarze Regierungskoalition liefert das eigene miserable Abschneiden aber keinen Grund für personelle Konsequenzen.

Bundeskanzler und Chef der österreichischen Sozialdemokraten (SPÖ) Werner Faymann sieht sich nach eigenen Worten weiterhin fest im Sattel. "Ich spüre eine sehr breite und starke Unterstützung", sagte Faymann. Auch der Vizekanzler und Vorsitzende der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP), Reinhold Mitterlehner, sieht keinen Anlass für Personaldebatten. Allerdings müsse die Koalition einen inhaltlichen Neustart hinlegen. Dafür gebe es eine "letzte Chance."

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl hatte am Sonntag der FPÖ ein triumphales Ergebnis beschert. Ihr Kandidat Norbert Hofer (45) kam auf rund 35 Prozent. Er wird sich in der Stichwahl am 22. Mai mit dem Zweitplatzierten, dem Wirtschaftsprofessor Alexander Van der Bellen aus dem Lager der Grünen messen. Der 72-Jährige kam auf 21,3 Prozent. Die Kandidaten von SPÖ und ÖVP waren spektakulär mit jeweils nur elf Prozent gescheitert. Die unabhängige Ex-Richterin Irmgard Griss hatte 19 Prozent der Wähler überzeugt. Der Bauunternehmer Richard Lugner war bei 2,3 Prozent gelandet.

Stimmung mit Flüchtlingskrise gemacht

Die FPÖ hatte unter dem europakritischen Slogan "Österreich zuerst" Stimmung auch in der Flüchtlingsfrage gemacht. Die einst von Jörg Haider dominierte FPÖ wurde aber nach ersten Analysen darüber hinaus zu einem Sammelbecken der Protestwähler ganz generell. Sehr viele Menschen in Österreich sind unzufrieden mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung, die von stetig steigender Arbeitslosigkeit geprägt ist.

Hofer und die FPÖ sind für eine strikt restriktive Flüchtlingspolitik. Van der Bellen dagegen vertritt die Haltung, dass Österreich durchaus weiterhin viele Asylbewerber integrieren könne. Unterdessen spaltet die Abkehr der Regierung von der einstigen Willkommenspolitik die SPÖ immer mehr. Die Sozialistische Jugend interpretiert das Ergebnis der Bundespräsidenten-Wahl als Abwahl der Politik von SPÖ-Chef Faymann. Faymann glaube, mit einer "Politik aus Notstand und Zäunen der FPÖ das Wasser abgraben zu können", das habe schiefgehen müssen, kritisierte die SPÖ-Nachwuchsorganisation.

72 Prozent der Arbeiter wählen Hofer

Den größten Zuspruch erhielt die FPÖ bei den Arbeitern. Nach einer Analyse des Sozialforschungsinstituts Sora wählten 72 Prozent der Arbeiter die Rechtspopulisten. In dieser Wählergruppe kam die sozialdemokratische SPÖ dagegen nur auf zehn Prozent.

Auch von den Angestellten bekam der 45-jährige FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit 37 Prozent deutlich mehr Stimmen als jeder andere der übrigen fünf Bewerber. Der Wahltriumph der FPÖ ist ein landesweites Phänomen. In acht von neun Bundesländern - Ausnahme ist Wien - stimmten die meisten Wähler für Hofer.

Hofer klarer Favorit

Am 22. Mai werden 6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren endgültig das neue Staatsoberhaupt wählen. Hofer gilt nach Überzeugung von Wahlforschern als klarer Favorit. Der Bundespräsident wird für sechs Jahre gewählt und kann einmal wieder kandidieren. Amtsinhaber Heinz Fischer scheidet im Juli nach zwei Amtsperioden aus.

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