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Griechenland: Flüchtlinge räumen Lager in Idomeni

"Wollen keine Gewalt anwenden"  

Die Räumung von Idomeni hat begonnen

24.05.2016, 15:16 Uhr | dpa, AP, AFP

Griechenland: Flüchtlinge räumen Lager in Idomeni. Polizei bei Räumung des Flüchtlingscamps. (Quelle: AP/dpa)

Polizei bei Räumung des Flüchtlingscamps. (Quelle: AP/dpa)

Die griechischen Behörden hatten es angekündigt, jetzt machen sie ernst: Die Räumung des berüchtigten Flüchtlingslagers Idomeni hat begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei riegelten das Gelände am frühen Morgen weiträumig ab, ein Hubschrauber überflog die Region.

Journalisten dürfen das Gelände nicht betreten. "Wir dürfen nicht ins Lager. Ich sehe mehrere Busse der Bereitschaftspolizei, die in die Richtung des Lagers fahren", sagte ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort. Auch das staatliche Fernsehen (ERT) bestätigte unter Berufung auf Polizeiquellen den Start der langwierigen Aktion.

"Die Evakuierung wird bis zu zehn Tage lang dauern", sagte der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, zuvor.

Die Bewohner des Lagers sollen schrittweise in Aufnahmezentren gebracht werden. "Wir wollen keine Gewalt anwenden", so Kyritis. Man wolle vor Ort vor allem Überzeugungsarbeit leisten, hatte die Polizei tags zuvor angekündigt. Dennoch wurden die Einsatzkräfte vorsichtshalber verstärkt - man rechnet wohl mit Widerstand der Camp-Bewohner.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Die Berichte über den Umfang des Einsatzes widersprechen sich noch, doch klar ist: mindestens 400 Polizisten und wohl hunderte weitere Einsatzkräfte sind vor Ort. 

Im dem Lager nahe der mazedonischen Grenze harren seit Monaten Tausende Migranten und Flüchtlinge aus - etwa 8400 sollen es derzeit noch sein. Es ist das größte ungeordnete Flüchtlingscamp in Griechenland. Die Menschen leben dort unter unwürdigen Bedingungen.

Immer wieder kam es im Lager zu Ausschreitungen und Krawallen zwischen Flüchtlingen und Sicherheitskräften - zuletzt Ende letzter Woche

Viele haben sich versteckt

Am Vortag hatten Augenzeugen dutzende Migranten beobachtet, die das Lager von Idomeni verließen, um sich offenbar in den Feldern der Region zu verstecken. Andere Migranten, fuhren freiwillig in andere Lager. Es waren hauptsächlich Familien. 

Der 22-jährige Abdo Radschab aus dem syrischen Rakka sagte, er überlege nun, Schleuser dafür zu bezahlen, dass sie ihn nach Deutschland brächten. "Wir haben gehört, dass wir morgen alle in andere Camps gehen werden", sagte er am Montagabend. "Das ist mir egal, mein Ziel ist nicht, die Lager zu erreichen, sondern Deutschland."

Mazedonien und andere Balkanstaaten haben ihre Grenze für Flüchtlinge und Migranten geschlossen. Dadurch sitzen etwa 54.000 Menschen in Griechenland fest, die weiter nach Norden ziehen wollen. Die griechischen Behörden versuchen seit Monaten, die Bewohner des Lagers in Idomeni zum Umzug zu bewegen.

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