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Flüchtlingskrise: Rettungen im Mittelmeer machen Schleuser reich

Studie enthüllt  

Mittelmeer-Rettungen machen Schleuser reich

11.06.2016, 21:55 Uhr | dpa

Flüchtlingskrise: Rettungen im Mittelmeer machen Schleuser reich. Flüchtlinge bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer im vergangenen Monat. (Quelle: AFP)

Flüchtlinge bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer im vergangenen Monat. (Quelle: AFP)

Noch immer versuchen täglich zahlreiche Flüchtlinge über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen. Die Rettungsmissionen, die dort laufen, spülen laut einer Studie jedoch vor allem Geld in die Taschen von Menschenschmugglern.

Eine Untersuchung der Universität Palermo zeige, dass "militärische Patrouille-Einsätze im Mittelmeer die Zahl der Ankünfte (von Migranten) erhöht haben, und damit einen Anreiz und einen positiven Faktor für das Geschäft der Schleuser darstellen", heißt es in einer Präsentation der noch unveröffentlichten Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Indem die Rettungsmissionen die Sicherheit der Überfahrt erhöhen, machten sie die Dienste der Schleuser attraktiver und befeuerten deren Geschäft, hieß es weiter.

"Pull Faktor" und moralische Verpflichtung 

Seit Beginn der Marinepatrouillen Ende 2013 seien pro Monat rund 900 mehr Migranten aus afrikanischen Ländern in Italien angelangt, stellten die italienischen Wissenschaftler fest. Ausgehend von Durchschnittskosten von 1430 US-Dollar (rund 1266 Euro) für eine Überfahrt mit Schleuserhilfe ergäben sich knapp 15 Millionen Dollar Extra-Einnahmen für die Menschenhändler pro Jahr.

Die Rettungspatrouillen im Mittelmeer stehen nicht zum ersten Mal unter dem Vorwurf, das Schleusergeschäft zu verstärken. Menschenrechtler und EU-Institutionen sehen trotz des "Pull Faktors" eine moralische Verpflichtung, in Seenot geratene Menschen zu retten.

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