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Helmut Kohl zum Brexit: Europa braucht eine "Atempause"

Altkanzler äußert sich zum Brexit  

Helmut Kohl: Europa braucht eine "Atempause"

30.06.2016, 15:34 Uhr | dpa

Helmut Kohl zum Brexit: Europa braucht eine "Atempause". Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer Rede im Albertinum in Dresden. (Quelle: dpa)

Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer Rede im Albertinum in Dresden. (Quelle: dpa)

Nach dem Brexit-Votum hat sich mit Helmut Kohl nun einer der Architekten des heutigen Europas zu Wort gemeldet. Der Altkanzler warnte vor einer überhasteten politischen Reaktion. Stattdessen müsse Europa nun sein Tempo drosseln.

Es gelte, einen vernünftigen Weg im Umgang mit dem Referendum der Briten zu finden, sagte Kohl der "Bild"-Zeitung. Von EU-Seite jetzt die Türen zuzuschlagen, wäre ein Riesenfehler. Das Wichtigste: Großbritannien müsse selbst entscheiden, was es wolle, so Kohl. 

52 Prozent der britischen Wähler hatten vergangenen Donnerstag für einen EU-Austritt gestimmt. Die Regierung in London lässt bislang offen, wann sie das Austrittsverfahren anschieben will. Mehrere Teilnehmer des Gipfels der EU-Staats- und Regierungschefs verlangten von Großbritannien, dies zügig zu tun.

Kohl fordert Stärkung nationaler Identitäten

Kohl sprach sich in der "Bild" für eine "Atempause" Europas aus. Die Europäische Union müsse einen Schritt zurückgehen und dann langsam zwei Schritte vorangehen - in einem Tempo, das mit den Mitgliedstaaten vereinbar sei.

Er plädierte in der Zeitung erneut dafür, die nationalen und regionalen Identitäten der einzelnen Mitgliedstaaten stärker zu achten. Der Respekt vor der Geschichte und Befindlichkeit des anderen müsse wieder größer werden.

Maas: "Brexit-Schock kann heilsame Wirkung haben"

Das Brexit-Votum hat die EU in ihre bislang schwerste Krise gestürzt. Europas Staats- und Regierungschefs hatten am Mittwoch - ohne Großbritannien - über erste Weichenstellungen für die Zukunft der Union beraten. Sie sprachen sich für eine Reform der EU ohne komplizierte Vertragsänderungen aus. Am 16. September ist ein weiteres Gipfeltreffen der EU-Chefs geplant - wieder ohne Großbritannien.

Mit Blick auf mögliche Dominoeffekte in anderen Mitgliedstaaten sagte Justizminister Heiko Maas: "Der Brexit-Schock kann heilsame Wirkung haben - mit dem Ergebnis, dass man sich auf ein solches Wagnis eben nicht einlässt." Viele, die sich ähnliche Gedanken gemacht hätten, würden aufgeschreckt sein.

"Jetzt sieht jeder, was so etwas für ein Land wie Großbritannien bedeutet." Das Vereinigte Königreich bröckele - und anscheinend gebe es nun keinen Plan für den Umgang mit dem Votum.

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