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Großbritannien bekommt mit Theresa May eine zweite "Eiserne Lady"

May folgt auf Cameron  

Eine zweite "Eiserne Lady" für Großbritannien

13.07.2016, 22:34 Uhr | Maureen Cofflard, AFP

Großbritannien bekommt mit Theresa May eine zweite "Eiserne Lady". Theresa May wird neue Premierministerin Großbritanniens. (Quelle: dpa)

Theresa May wird neue Premierministerin Großbritanniens. (Quelle: dpa)

Seit Mittwochabend ist es amtlich: Die bisherige Innenministerin Theresa May ist neue Premierministerin von Großbritannien. Wer ist die Frau, die künftig in der Downing Street residieren wird?

Während der aufgeheizten Brexit-Kampagne hatte May zwar wie David Cameron für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union geworben. Doch die 59-Jährige, die seit Jahren als EU-Skeptikerin galt, hielt sich relativ bedeckt.

Figur des Ausgleichs

Aus dieser Position heraus konnte sich May der zerstrittenen Tory-Partei als Figur des Ausgleichs empfehlen. Die Partei brauche eine "starke und bewährte Führungskraft, um uns durch diese Periode der wirtschaftlichen und politischen Ungewissheit zu führen", sagte sie.

Zugleich bekräftigte sie mehrfach, nach dem historischen Votum der Briten vom 23. Juni bleibe es nun auch dabei: "Brexit bleibt Brexit" - und am Montag fügte die als unnachgiebig geltende Politikerin hinzu, sie werde aus dem Austritt einen "Erfolg" machen.

Einwanderung von EU-Bürgern begrenzen

Im Rahmen eines neuen Handelsabkommens mit Brüssel will May vor allem die Einwanderung von EU-Bürgern begrenzen. Das Votum der Briten sei auch eine deutliche Botschaft gegen die geltende Freizügigkeit gewesen.

Die Pfarrerstochter May arbeitete nach einem Geographie-Studium an der Elite-Universität Oxford kurz bei der Bank of England, bevor sie 1986 in den Londoner Stadtrat gewählt wurde. Seit 1997 sitzt sie als Abgeordnete im Unterhaus. 2002 wurde sie die erste Generalsekretärin der Tories und beendete damit eine lange männliche Vorherrschaft auf dem Posten.

Vergleiche mit Margaret Thatcher

Zu Oppositionszeiten saß May bereits in diversen konservativen Schattenkabinetten. Als Cameron 2010 Premierminister wurde, berief er May dann an die Spitze des Innenministeriums. In diesen sechs Jahren profilierte sie sich vor allem in der Einwanderungspolitik als Verfechterin einer harten Linie. Dabei nahm sie auch eine unnachgiebige Haltung gegenüber islamischen Predigern ein.

Ihr nüchterner Stil in Politik- wie auch in Kleidungsfragen brachte ihr Vergleiche mit der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher ein, der bislang einzigen britischen Premierministerin. Extravagant ist dagegen Mays Schuhgeschmack: Seitdem sie auf dem Tory-Parteitag 2002 Stöckelschuhe mit Leopardenmuster trug, achten britische Journalisten immer auf ihre Schuhe.

Neben Schuhen sammelt die Ministerin, die seit 1980 mit dem Banker Philip May verheiratet ist, auch Kochbücher: Mittlerweile besitze sie mehr als hundert davon, verriet May kürzlich in einem Fernsehinterview.

Zweikampf mit Leadsom endete abrupt

Die Politikerin macht kein Geheimnis daraus, dass sie mit ihrem Mann keine Kinder haben konnte. Das Thema Mutterschaft scheint ihrer Konkurrentin Andrea Leadsom nun zum Verhängnis geworden zu sein: Die Energie-Staatssekretärin fing sich harsche Kritik ein, nachdem die "Times" über deren Andeutungen berichtet hatte, Leadsom halte sich als Mutter geeigneter für die zu vergebenden Spitzenämter als May.

Da nutzte Leadsom ihre am Wochenende geäußerte Empörung über den Bericht ebensowenig wie die Beteuerung, sie habe im Gespräch mit der Zeitung "genau das Gegenteil" gesagt. Ihr Rückzug von der Kandidatur beendete den erst vergangene Woche begonnenen Zweikampf um die Nachfolge Camerons abrupt. Kurz darauf kündigte der Premierminister seinen baldigen Rücktritt an und machte damit den Weg frei für Theresa May.

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