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Ermittlungen gegen seinen Sohn - Erdogan kritisiert Italien

Richter "sollen sich mit Mafia befassen"  

Erdogan kritisiert Italien wegen Ermittlungen gegen seinen Sohn

03.08.2016, 17:22 Uhr | AFP, dpa

Ermittlungen gegen seinen Sohn - Erdogan kritisiert Italien . Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem Sohn Bilal, der in Italien studiert. (Quelle: Reuters)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem Sohn Bilal, der in Italien studiert. (Quelle: Reuters)

Nach der deutschen Justiz knöpft sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nun auch Italiens Richter vor. "Die italienischen Richter sollen sich mit der Mafia befassen, nicht mit meinem Sohn", sagte Erdogan dem Sender RaiNews24. 

"Wenn mein Sohn heute nach Italien zurückkehren würde, könnte er festgenommen werden", zitierten italienische Medien Erdogan. Das könne sogar die Beziehungen beider Länder gefährden. 

Verdacht der Geldwäsche gegen Bilal Erdogan

Gegen seinen ältesten Sohn Bilal (35), der Ende des vergangenen Sommers zeitweise nach Bologna zurückgekehrt war, um sein 2007 begonnenes Studium zu beenden, wird seit Februar wegen Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis des türkischen Geschäftsmanns Murat Hakan Uzan, Mitglied einer Familie türkischer Unternehmer. 

Ein Transportunternehmen von Bilal Erdogan solle zudem mit Öl, anderen Rohstoffen und Kulturgütern handeln, die von der Terrororganisation Islamischer Staat stammen, so ein Vorwurf des syrischen Informationsministers Omran Ahed Al Zoubi aus November 2015. 

Vater Erdogan empörte sich, dass er in Bologna als Diktator beschimpft werde und es gebe Demonstrationen für die von Ankara als Terrororganisation eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). "Das soll Rechtsstaatlichkeit sein? Diese Angelegenheit könnte unsere Beziehungen zu Italien beeinträchtigen."

Renzi kontert mit Verweis auf Rechtsstaatlichkeit

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi reagierte gelassen auf den Angriff Erdogans. "In diesem Land folgen die Richter dem Gesetz und der italienischen Verfassung, und nicht dem türkischen Präsidenten. Das nennt man Rechtsstaatlichkeit", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Beziehungen der Türkei zu ihren westlichen Verbündeten befinden sich in einer Krise, seitdem Ankara mit aller Härte gegen mutmaßliche Unterstützer des gescheiterten Putschversuchs vom 15. Juli vorgeht. Erdogan warf dem Westen am Dienstag vor, "Terror" und Putschisten zu unterstützen.

Zudem attackierte er die deutsche Justiz, die ihm untersagt hatte, sich während der Kölner Großdemonstration am Sonntag per Videobotschaft an seine Anhänger zu richten.

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