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Lesbos: Tausende Flüchtlinge fliehen aus brennendem Lager

"Schwierige Lage" auf Lesbos  

Tausende Flüchtlinge fliehen aus brennendem Lager

19.09.2016, 22:53 Uhr | AFP

Lesbos: Tausende Flüchtlinge fliehen aus brennendem Lager. Flüchtlinge stehen an einem Tor des Lagers von Moria auf der Insel Lesbos. Dort war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen.  (Quelle: Reuters/Intimenews/Manolis Lagoutaris)

Flüchtlinge stehen an einem Tor des Lagers von Moria auf der Insel Lesbos. Dort war am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. (Quelle: Intimenews/Manolis Lagoutaris/Reuters)

Tausende Menschen sind am Abend auf der Insel Lesbos wegen eines Feuers aus einem Flüchtlingslager geflohen. "Zwischen 3000 und 4000" Flüchtlinge hätten das Lager von Moria verlassen, sagte ein Polizeivertreter.

Rund 150 Minderjährige, die in dem Lager untergebracht waren, wurden demnach in eine Einrichtung für Kinder auf der Insel gebracht. 

Bereits am frühen Abend war es im Hotspot zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern mit verschiedenen Nationalitäten gekommen. Dabei sei auch das Feuer gelegt worden. Er habe "keinen Zweifel" daran, dass das Feuer von den Bewohnern des Flüchtlingslagers gelegt wurde, sagte der Polizeivertreter. Seinen Angaben zufolge fachten starke Winde die Flammen immer wieder an, die Lage beschrieb er als "schwierig". Durch das Feuer wurden Zelte und Container zerstört. Ob es auch Verletzte gab, ist noch nicht klar.

Migranten wollen nach Athen

Zunächst hätten die Sicherheitskräfte die Kinder in ein anderes Auffanglager gebracht, berichtete das Insel-Portal "Lesvos News". Dann seien immer mehr Flüchtlinge aus dem Lager geflohen und hätten sich auf den Weg zur Inselhauptstadt Mytilini gemacht. Die Migranten fordern, nach Athen reisen zu dürfen.

Moria gehört zu den größten Flüchtlingslagern des Landes. Schon in der Vergangenheit hatte es dort gebrannt, außerdem gab es immer wieder Zusammenstöße zwischen den Schutzsuchenden. Der Nachrichtenagentur ANA zufolge waren die Spannungen in Moria schon den ganzen Tag über hoch, denn in dem Lager machte das Gerücht die Runde, dass auf der Grundlage des Flüchtlingsabkommens mit Ankara eine Massenabschiebung von Schutzsuchenden in die Türkei bevorstehe.

Mehrere Brände gelegt

Der Polizei zufolge bekamen die Beamten die Lage aber zunächst wieder in den Griff. Auf den Olivenhainen nahe des Lagers gab es zwei weitere Brände, die aber gelöscht werden konnten. Am Abend dann brach das Feuer in dem Lager aus.

In Griechenland halten sich derzeit mehr als 60.000 Schutzsuchende auf, die meisten von ihnen wollen aber weiter Richtung Deutschland oder in andere westeuropäische Staaten. Weil eine Reihe von osteuropäischen Ländern und Balkanstaaten aber mittlerweile die Grenzen geschlossen haben, ist ein Weiterkommen nahezu unmöglich.

Zustände in Lagern katastrophal

Das Lager Moria gehört zu den größten des Landes. Menschenrechtsgruppen kritisierten in der Vergangenheit immer wieder die prekären Verhältnisse in den griechischen Aufnahmezentren, besonders auf Lesbos und anderen Ägäis-Inseln. So leben auf insgesamt fünf griechischen Inseln mehr als 13.000 Flüchtlinge, obwohl die Einrichtungen nur für knapp 8000 Menschen ausgelegt sind.

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