Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Georgien: Michail Saakaschwili - Staatsmann mit scharfer Zunge

Michail Saakaschwili  

Georgischer Staatsmann mit scharfer Zunge

06.01.2008, 15:52 Uhr | dpa

Hat stark an seiner Beliebtheit verloren: Michail Saakschwili (Quelle: Reuters)Hat stark an seiner Beliebtheit verloren: Michail Saakschwili (Quelle: Reuters) Der georgische Politiker Michail Saakaschwili hat bei vielen Menschen in der Kaukasusrepublik seine Sympathien als Präsident verspielt. Dennoch schätzt ihn ein Großteil der Georgier als Mann von Welt, der für eine prowestliche Politik steht. Der 40 Jahre alte Jurist wird trotz seines oft scharfzüngigen Auftretens und seines populistischen Politikstils geachtet. Symbolhaft trägt er meistens ein weißes Hemd und rote Krawatte unter dem dunklen Anzug - in Anlehnung an die weiße georgische Flagge mit den roten Kreuzen.

Schewardnadse zum Rücktritt gezwungen
Weltweit bekannt wurde der von seinen Anhängern Mischa genannte Politiker 2003 als Held der sogenannten Rosenrevolution. Damals zwang er Präsident Eduard Schewardnadse, seinen politischen Ziehvater, zum Rücktritt. Der mit einer Niederländerin verheiratete Saakaschwili hat es bei seinem Jura-Studium in New York und weiteren Aufenthalten im Ausland gelernt, sich fließend auf Englisch und Französisch auszudrücken. Nicht zuletzt verschaffte er seiner in die EU und in die NATO strebenden Ex-Sowjetrepublik Ansehen im Westen.

Mit Knüppeln gegen Demonstranten
Als er aber Anfang November 2007 Polizeigewalt mit Knüppeln, Gummigeschossen und Tränengas gegen Regierungskritiker zuließ, wandten sich auch im Westen viele seiner Anhänger und Verbündeten enttäuscht von ihm ab. Vor allem wegen des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte konnte Saakaschwili seine 96 Prozent Stimmenanteil von 2004 nun nicht wiederholen. Der Politiker kündigte unlängst an, dass er auf "die auch in westlichen Demokratien gegen Demonstranten eingesetzten Polizeimittel" auch in Zukunft im Interesse des Staates zurückgreifen werde.

Autoritäre Tendenzen in der Schwarzmeerrepublik
Seine Wähler loben das entschiedene Vorgehen gegen jeden, der den Reformkurs gefährden will. Der charismatische Saakaschwili selbst unterstreicht immer wieder seinen erfolgreichen Kampf gegen Korruption und Kriminalität, warnt vor den politischen "Wölfen im Schafspelz", weicht aber Fragen nach der anhaltend großen Armut in seinem Land aus. Auch die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien hat er nicht - wie versprochen - zurück nach Georgien holen können. Politologen sehen in Saakaschwilis Anhäufung von Machtbefugnissen in den vergangenen Jahren zunehmend autoritäre Tendenzen in der Schwarzmeerrepublik.

"Machtbewusster Demagoge"
Kritiker bezeichnen Saakaschwili als "machtbewussten Demagogen", zugleich attestieren sie ihm eine überdurchschnittliche Intelligenz. Neben seinem Studium arbeitete er in einer großen Anwaltskanzlei in Manhattan und war später auch Lobbyist der Ölbranche. Saakaschwilis Landsleute halten dem Vater zweier Söhne zugute, dass er im Gegensatz zu anderen Georgiern in seine Heimat zurückkam, um das in vielen Bereichen rückständige Land zu erneuern.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal