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17 Jahre Haft für US-amerikanischen Terrorhelfer

Justiz  

17 Jahre Haft für US-amerikanischen Terrorhelfer

22.01.2008, 21:06 Uhr | dpa, AFP

Zu 17 Jahren Haft verurteilt: Jose Padilla (Quelle: Reuters)Zu 17 Jahren Haft verurteilt: Jose Padilla (Quelle: Reuters) Der als Terrorhelfer verurteilte US-Bürger José Padilla muss für 17 Jahre ins Gefängnis. Bereits im vergangenen Sommer war er von einer Geschworenen-Jury der Beihilfe für das Terrornetzwerk Al-Kaida schuldig gesprochen worden, nur das Strafmaß stand noch aus. Mit seinem am Dienstag ergangenen Urteil blieb die Richterin Marcia Cooke unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die lebenslänglich gefordert hatte. Der Fall Padilla hatte weltweit Schlagzeilen gemacht, weil der gebürtige Puertoricaner dreieinhalb Jahre lang ohne formelle Anklage in einem US-Militärgefängnis festgehalten worden war.

Hintergrund Das Terrornetzwerk Al-Kaida
Foto-Serie Die meistgesuchten Terroristen

Als "feindlicher Kämpfer" eingestuft

Auch gegen die beiden mit Padilla verurteilten Komplizen verhängte der Richter in Miami langjährige Haftstrafen: Adham Amin Hassoun muss für 15 Jahre ins Gefängnis, Kifah Wael Jayyousi für zwölf Jahre. Alle drei waren für schuldig befunden worden, zwischen 1993 und 2001 das Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützt sowie Entführungen, Morde und die Verstümmelung von Menschen geplant zu haben. US-Bürgerrechtler hatten den Umgang der Behörden mit Padilla scharf kritisiert. Wegen angeblicher Anschlagspläne hatte ihn die US-Regierung als "feindlichen Kämpfer" eingestuft - so wie die Terrorverdächtigen im Lager Guantanamo. Seine juristischen Rechte als Gefangener waren dadurch eingeschränkt.

"Gewalttätiger Mensch"

Staatsanwalt Brian Frazer hatte am vergangenen Freitag in seinem Plädoyer auf die vielen Gewalttaten verwiesen, die Padilla bereits in seiner Jugend begangen haben soll, darunter ein Mord im Alter von 14 Jahren. Padilla sei "ein außergewöhnlich gewalttätiger Mensch", er sei "sozial gestört". Seinen Hang zur Gewalt habe das frühere Gang-Mitglied aus Chicago auch nach seinem Übertritt zum Islam Anfag der 90er Jahre nicht aufgegeben, argumentierte Frazier. Der Islam sei nur ein Mittel gewesen, um der Gewalt einen Anstrich von Ehrenhaftigkeit zu geben. Im Jahr 2000 soll Padilla an einem Dschihad-Training in Afghanistan teilgenommen haben.


Hilfe für Krisengebiete?

Nach Darstellung der Verteidigung wollten die Beschuldigten lediglich muslimischen Opfern in Krisengebieten wie Tschetschenien und Bosnien helfen. Padilla konnte nach Angaben seiner Anwälte bei dem Termin am Freitag nicht vor Gericht aussagen, weil er nach eigenen Angaben noch unter den Folgen von Folter und Misshandlung während seiner Haft leide.


Hintergründe zum internationalen Terrorismus (Montage: T-Online)Hintergründe zum internationalen Terrorismus (Montage: T-Online)

Im Gefängnis gefoltert

In ihrer Urteilsbegründung sagte die Richterin nach Medienberichten unter anderem, es gebe keine Beweise dafür, dass die drei Angeklagten persönlich einen Menschen getötet, entführt oder verstümmelt hätten. Im Fall Padilla zog sie bei der Festsetzung des Strafmaßes auch die "harschen" Bedingungen ins Kalkül, unter denen er festgehalten worden sei.


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