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Venezuela: Chávez droht USA mit Ölkrieg

Streit mit Exxon nach Verstaatlichung  

Chávez droht USA mit Ölkrieg

11.02.2008, 18:03 Uhr | dpa

Venezuelas Staatschef Chávez droht den USA und Öl-Multi Exxon (Quelle: dpa)Venezuelas Staatschef Chávez droht den USA und Öl-Multi Exxon (Quelle: dpa) Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat den USA mit einem Öl-Embargo gedroht. Hintergrund der Warnung ist der Streit Venezuelas mit dem weltgrößten amerikanischen Ölkonzern Exxon Mobil wegen der Verstaatlichung seiner Anlagen. Chávez sprach in diesem Zusammenhang von einem "Erdölkrieg" gegen sein Land. Falls dieser fortgesetzt werde, könne der Ölpreis auf 200 US-Dollar pro Barrel in die Höhe schießen, warnte der Linksnationalist am Sonntagabend in seiner eigenen Fernseh- und Radiosendung "Alo Presidente" (auf deutsch: "Hallo, Herr Präsident").

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Geld wird eingefroren

Vorige Woche hatte Exxon Mobil im Rechtsstreit um die Verstaatlichung seiner Ölfelder in Venezuela einen Erfolg verbucht: Gerichte in Europa hatten entschieden, dass der Konzern von Venezuela nicht ausreichend entschädigt worden sei. Die Gerichte hatten angeordnet, ausländische Vermögen der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA von mehr als acht Milliarden Euro einzufrieren. Ein Gericht in den USA hatte zuvor bereits 300 Millionen US-Dollar von PDVSA eingefroren.

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"Keinen einzigen Tropfen"

Daraufhin hat Chávez jetzt zum Gegenschlag ausgeholt: Sollte Venezuela Schaden zugefügt werden, werde er "dem Imperium der Vereinigten Staaten nicht einen einzigen Tropfen Erdöl" mehr liefern. Das lateinamerikanische Land ist der viertgrößte Öllieferant der USA.

"Kriminelle mit weißen Kragen"

Diese "Banditen" von Exxon Mobil, wie der linksgerichtete Präsident es formulierte, seien "Kriminelle mit weißen Kragen", sie würden Regierungen korrumpieren. Sie seien "Putschisten, die die Invasion des Iraks unterstützt haben". Er habe Informationen, wonach andere Unternehmen ähnliche Schritte gegen Venezuela planten.

Exxon zog sich zurück

Venezuela hatte die ausländischen Ölfirmen im vergangenen Juni gezwungen, mindestens 60 Prozent ihres Geschäfts an PDVSA zu übertragen. Exxon Mobil und Conoco Phillips zogen sich daraufhin aus Venezuela zurück, während die meisten anderen Firmen die Bedingungen akzeptierten und ihre Aktivitäten im Land fortsetzten. Exxon leitete allerdings in mehreren Ländern rechtliche Schritte ein, um von Venezuela höher entschädigt zu werden.

Chávez vermutet Angriff

Chávez behauptete zudem, der "Angriff von Exxon Mobil" sei Teil eines größeren Gesamtprojekts gegen Venezuela, das in seinem Land unter anderem zu Lebensmittelknappheit und Gewalt auf den Straßen geführt habe. Ausländische Kräfte und oppositionelle Venezolaner wollten vor den für Ende dieses Jahres angesetzten Regionalwahlen in Venezuela Unruhen auslösen.

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