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Ex-Yukos-Chef: Michail Chodorkowski bei Messer-Attacke verletzt

Ex-Yukos-Chef  

Chodorkowski bei Messer-Attacke verletzt

15.04.2006, 17:24 Uhr | AFP, t-online.de

Der frühere Ölunternehmer Michail Chodorkowski ist offenbar von einem Mithäftling in seiner Gefängniszelle schwer verletzt worden. Der Mann habe Chodorkowski nachts mit einem Messer angegriffen und sein Gesicht entstellt, gab der Pressedienst des Ex-Yukos-Chefs am Samstag in Moskau bekannt. "Michail Chodorkowski ist nachts mit blutendem Gesicht wach geworden", heißt es in der Erklärung. "Der Angreifer hat ihm das Gesicht mit einem Schustermesser zerschnitten." Die russische Gefängnisverwaltung wies die Darstellung zurück.

Weiteres Messer und Rasierklinge versteckt
Nach der Messer-Attacke habe die Leitung des Gefängnisses angeordnet, die Zelle zu durchsuchen, berichtete Chodorkowskis Pressedienst. Dabei seien ein weiteres Messer und eine Rasierklinge gefunden worden. Es handle sich um "Objekte, die im Gefängnis verboten sind". Der einstmals reichste Mann Russlands verbüßt eine Haftstrafe in einem sibirischen Lager in der Uranbergbau-Stadt Krasnokamensk nahe der chinesischen Grenze.

Nur ein Streit?
Die russische Gefängnisverwaltung dementierte alles. "Nichts dergleichen ist geschehen", versicherte Behördenchef Juri Kalinin der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass. In Wirklichkeit sei in den frühen Morgenstunden ein Streit zwischen Chodorkowski und "seinem jungen Freund" ausgebrochen, dieser habe ihm einen Fausthieb auf die Nase gegeben. Nach Angaben des Behördenchef hat Chodorkowski "lediglich eine Schramme, aber keine offenen Wunden".

Anwälte fordern Aufklärung
Die Gefängnisverwaltung kündigte für Montag einen detaillierten Bericht an. Die Anwälte Chodorkowskis wollen nach eigenen Angaben beantragen, dass der Vorfall umfassend aufgeklärt wird. Dem Pressedienst zufolge machen sich die Verteidiger des 42-Jährigen keine Illusionen über die "wahren Hintermänner" der Attacke.

Politischer Prozess
Der frühere Yukos-Chef war im Mai 2005 wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Westliche Politiker sprachen von einem politischen Prozess, weil Chodorkowski Oppositionsparteien sowie Bürger- und Menschenrechtsgruppen finanziell unterstützt und sich offen gegen Präsident Wladimir Putin gestellt hatte. Im März dieses Jahres reichten die Anwälte des inhaftierten früheren Ölunternehmers vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg Klage ein. Die Verteidiger Chodorkowski machen einen Verstoß gegen Paragraf sechs der Europäischen Menschenrechtskonvention geltend: das Recht auf einen gerechten Prozess.

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