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Italiens Moslems protestieren gegen Karikatur

Religion  

Italiens Moslems protestieren gegen Karikatur

16.04.2006, 16:51 Uhr | dpa

In Italien hat eine Mohammed-Karikatur Protest von Moslemgruppen ausgelöst. Die katholische Zeitschrift "Studdi Cattolici" druckte eine Zeichnung ab, die den Propheten in der Hölle darstellt. Das Blatt steht der erzkonservativen katholischen Vereinigung Opus Dei nahe.

"Sehr schlechter Geschmack"
Die Zeichnung zeuge von "sehr schlechtem Geschmack", sagte der Chef der Islamischen Weltliga in Italien, Mario Scajola. Der Leiter des Verbands der moslemischen Gemeinden in Italien, Roberto Piccardo, bedauerte, dass es allen Bemühungen um den Dialog zwischen den Religionen zum Trotz immer noch "Minderheiten gibt, die provozieren müssen". Auch der Rektor des päpstlichen Instituts für arabische Studien, Justo Lacunza Balda, verurteilte die Karikatur. "Man kann sich nicht auf diese Weise über Mohammed lustig machen, eine zentrale Figur des Glaubens von mehr als einer Milliarde Menschen."


Dante und Vergil
Nach Angaben der Agentur Ansa zeigt die Karikatur die beiden Dichter Dante und Vergil vor einem Feuerkreis, während kleine Teufel sie umflattern. "Der da, der vom Kopf bis zum Hintern zweigeteilt wurde, ist das nicht Mohammed?", fragt Vergil seinen Schriftstellerkollegen. Dieser bestätigt: "Er wurde zweigeteilt, weil er die Gesellschaft gespalten hat. Und dort, der mit der vor dem Islam heruntergelassenen Hose, das ist die italienische Politik."


"Idiotische Vorstellungen"
Der Direktor von "Studi Catollici", Cesare Cavalleri, verteidigte die Veröffentlichung der Karikatur. Es handle sich lediglich um die Wiedergabe einer Passage aus Dantes "Göttlicher Komödie", sagte das Opus-Dei-Mitglied. Nach seinen Worten "tut ein satirisches Bild, das politisch nicht korrekt ist, von Zeit zu Zeit einfach gut". Er hoffe, dass die Karikatur keine Anschläge provozieren werde, fügte er hinzu. "Denn wenn das geschähe, würde es nur die idiotischen Vorstellungen" des Islamismus bestätigen, fügte er hinzu. Die Veröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung und später in weiteren westlichen Medien hatte teils gewalttätige Massenproteste in der moslemischen Welt ausgelöst.

Opus Dei distanziert sich
Opus Dei distanzierte sich von der Zeitschrift. "Studi Cattolici" werde weder "offiziell noch offiziös" von der Vereinigung herausgeben, sagte ein Sprecher. Herausgeber ist das Verlagshaus Ares, bei dem die Werke des Opus-Dei-Gründers Josemaria Escrivá de Balaguer erscheinen. #

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