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Russland: Gericht beschließt Aus für russischen Ölkonzern Yukos

Russland  

Gericht beschließt Aus für russischen Ölkonzern

01.08.2006, 22:31 Uhr | AFP, dpa

Der früher größte russische Ölkonzern Yukos wird aufgelöst. Das entschied am Dienstag ein Handelsgericht in Moskau, das damit einen Restrukturierungsplan des Unternehmens-Managements verwarf. In dem Beschluss wurde festgestellt, dass Yukos bankrott und nicht mehr überlebensfähig sei. Die Gläubiger, vor allem die Steuerbehörden und der kremlnahe Konkurrent Rosneft, beanspruchen 14,5 Milliarden Euro.

Frist von einem Jahr gesetzt
Alle Anteile des Unternehmens sollen nun verkauft werden. Für die Liquidation setzte Richter Pawel Markow einen Zeitraum von einem Jahr fest. Das Gericht beauftragte den bisherigen Yukos-Vermögensverwalter Eduard Rebgun mit der Abwicklung des Konkurses.

Empfehlung der Gläubiger entsprochen
Bereits in der vergangenen Woche hatte eine Versammlung der Yukos-Gläubiger den Restrukturierungsplan des Managements verworfen, mit dem das Unternehmen noch gerettet werden sollte. Stattdessen empfahl die Versammlung die jetzt vom Gericht bestätigte Liquidation.

Yukos will in Revision gehen
Der Anwalt des Yukos-Managements, Drew Holiner, bezeichnete die Entscheidung als "Todesurteil" für den Konzern. Er kündigte Berufung gegen das Urteil an. Yukos ist nach der Fördermenge derzeit Russlands Nummer sieben und verfügt zudem noch über Raffinerien sowie das zweitgrößte Tankstellennetz des Landes.

Politische Gründe vermutet
Der Yukos-Konzern wurde von dem als Kreml-Kritiker bekannten Unternehmer Michael Chodorkowski gegründet. Nach einem Streit um Steuerzahlungen war der Konzern vor rund zwei Jahren de facto zerschlagen und Ende März einem Konkursverwalter unterstellt worden. Beobachter vermuteten dahinter politische Gründe. Chodorkowski verbüßt derzeit eine achtjährige Haftstrafe in einem sibirischen Straflager. Der Fall sorgt bis heute im Westen für Kritik am russischen Rechtssystem.

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