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Pakistanische Behörden gaben wichtigen Hinweis

Terrorwarnung in London  

Pakistanische Behörden gaben wichtigen Hinweis

10.08.2006, 22:44 Uhr | AFP, dpa

Bei der Vereitelung geplanter Terroranschläge in Großbritannien hat Pakistan nach eigenen Angaben eine Schlüsselrolle gespielt. Erst durch eine Reihe von Festnahmen in Pakistan sei die britische Polizei auf das Komplott aufmerksam geworden, sagte eine Sprecherin des pakistanischen Außenministeriums. Infolgedessen seien die Pläne aufgedeckt und das dahinter stehende internationale Netzwerk zerschlagen worden.


Enge internationale Zusammenarbeit
Ein ranghoher pakistanischer Sicherheitsvertreter hatte bereits zuvor erklärt, ohne die "enge Zusammenarbeit" zwischen den pakistanischen und britischen Geheimdiensten seien die Polizeiaktionen in London und Birmingham nicht möglich gewesen. Hier hatten die Beamten insgesamt 21 Verdächtige, darunter vermutlich die wichtigsten Drahtzieher festgenommen. Sie sollen geplant haben, bis zu zehn Passagiermaschinen auf dem Flug in die USA zu sprengen. Obwohl die Spuren nach Pakistan weisen, machten die Behörden keine Angaben zur Nationalität der mutmaßlichen Terroristen.

Urlaubsziele im Visier
Ein Mitarbeiter des US-Geheimdienstes sagte, die mutmaßlichen Attentäter hätten Flugzeuge der Luftfahrtgesellschaften United Airlines, American Airlines, Continental Airlines und weiterer Fluglinien sprengen wollen. Sie hätten Flüge im Visier gehabt, die von Großbritannien aus zu "wichtigen Urlaubszielen" in den USA gehen, wie New York, Washington, Los Angeles, Boston und Chicago.

Stand Anschlag unmittelbar bevor?
Ziel sei es gewesen, Sprengsätze im Handgepäck an Bord zu schmuggeln und die Flugzeuge dann nach dem Start in der Luft zu sprengen, sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit bei Scotland Yard, Peter Clarke. Nach Berichten der BBC planten die Täter, Flüssigsprengstoff in die Flugzeuge zu schmuggeln. Die Bestandteile des Sprengstoffes sollten in unverdächtigen Verpackungen wie etwa Shampoo-Flaschen an Bord gebracht werden. An Bord hätten die Terroristen sie zu einem explosiven Gemisch zusammenfügen können. Die Ermittlungen seien seit mehreren Monaten geführt worden und hätten dann in der Nacht zum Donnerstag einen "kritischen Punkt" erreicht. Darauf habe man sich zum Eingreifen entschlossen.

Gepäck in der Plastiktüte
Inzwischen starten und landen auf dem Londoner Flughafen Heathrow wieder Maschinen. Die Einschränkungen wurden um 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit aufgehoben, aber es gelten immer noch besondere Sicherheitsvorkehrungen: Auf allen Flügen ist Handgepäck verboten. Passagiere dürfen nur die wichtigsten Dinge mit ins Flugzeug nehmen, wenn sie sie in einer durchsichtigen Plastiktüte tragen. Kontaktlinsen sind erlaubt, jedoch nicht die Reinigungsflüssigkeit dafür. Wer mit einem Kleinkind reist, muss für den Flug mitgebrachte Babymilch vor den Augen der Sicherheitsbeamten probieren.

Kritische Sicherheitsstufe
Doch nicht nur auf den Flughäfen gelten seit Donnerstagmorgen strengere Vorschriften. Für ganz Großbritannien wurde die "kritische Sicherheitsstufe" ausgerufen - die höchste, die es gibt. Sie ist so definiert, dass "eine Attacke unmittelbar droht und ein extrem hohes Gefahrenniveau besteht". Auch die USA reagierten mit einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen. Für die zivile Luftfahrt gilt nun Alarmstufe Rot.

Von Rot bis Grün

Keine Flüssigkeiten auf US-Flügen
Nach Angaben der Lufthansa in Frankfurt sind ab sofort Flüssigkeiten im Handgepäck auf Flügen in die USA verboten. Dazu zählten neben Getränken auch Sonnenmilch, Zahnpasta oder Haargels, wie die Lufthansa am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Bundesregierung habe mit dem Verbot eine Auflage der amerikanischen Heimatschutzbehörde umgesetzt. Ausnahmen bestünden bei Babynahrung, wenn das Kleinkind mitreise sowie für dringend notwendige Medikamente. Zuvor hatten schon einige Fluggesellschaften in Europa das Mitführen von Flüssigkeiten im Handgepäck verboten.

Al-Kaida als Drahtzieher vermutet
Noch ist nicht geklärt, wer hinter den vereitelten Anschlägen steckt. Einige Terrorexperten tippen auf das Netzwerk Al-Kaida. Der Leiter des Forschungszentrums für Terrorismus an der schottischen Universität St. Andrews, Paul Wilkinson, sprach von einem "sehr ehrgeizigen Plan". Rohan Gunatrana von der Universität Singapur sagte, Al-Kaida sei die einzige Gruppe, die solche Anschläge vorbereiten könne. Der israelische Experte Reuven Paz vertrat einen anderen Standpunkt. Er sagte "Spiegel Online", es handele sich hier um eine "neue Generation von 'Dschihad-Suchern'", die nicht darauf warteten, vom Terrornetzwerk rekrutiert zu werden. Stattdessen, meinte Paz, übernähmen sie die Strategie der Al-Kaida, führten ihre Operationen aber eigenständig durch.

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