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Sawahiri verhöhnt Bush

Al Kaida  

Sawahiri verhöhnt Bush

30.01.2006, 20:30 Uhr | AFP, dpa

Zwei Wochen nach dem US-Luftschlag gegen ein pakistanisches Dorf, in dem der Vize-Chef des Terrornetzwerks Al Kaida vermutet wurde, hat sich Aiman al-Sawahiri zurückgemeldet. Der Angriff auf sein Leben sei fehlgeschlagen, sagte er in einem Video, das am Montagabend vom arabischen TV-Sender Al Dschasira ausgestrahlt wurde.

"Die Welt erkennt die Lügen"
"Mit dem Plan, mich zu töten, haben amerikanische Flugzeuge einen Angriff auf das Dorf Damadola geflogen", heißt es in der Botschaft. Die Amerikaner hätten behauptet, er sei dort gewesen, doch anschließend habe "die ganze Welt das Ausmaß der amerikanischen Lügen erkannt".

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"Allein Gott entscheidet"
An den US-Präsidenten wandte sich Sawahiri mit höhnischen Worten: "Bush, weißt Du, wo ich mich aufhalte? Ich befinde mich inmitten der Menge der Moslems und genieße ihre Unterstützung, ihre Aufmerksamkeit, ihre Großzügigkeit, ihren Schutz und ihre Beteiligung am Dschihad." Weder Bush noch sonst "irgendeine irdische Macht" könne über den Zeitpunkt seines Todes entscheiden, sagte Sawahiri. Dies sei allein Gott vorbehalten.

"Schlächter von Washington"
Der gelernte Arzt nannte Bush zudem den "Schlächter von Washington". Er habe seinem Land nur Pech und Desaster gebracht und werde ihm noch mehr Unglück bringen, so Sawahiri. Der amerikanischen Mutter, die einen Anruf vom Verteidigungsministerium mit der Nachricht vom Tode ihres Sohnes erhalte, könne er nur sagen, bedanke dich bei Bush. Ein Sprecher der US-Regierung kündigte an, die Echtheit des Videobandes werde überprüft.

Sawahiri rezitierte Gedichte
Nach dem Luftangriff am 13. Januar wurde zunächst spekuliert, ob Sawahiri getötet worden sei. Eine Woche nach dem Angriff war eine Tonbandaufnahme des Terroristen im Internet veröffentlicht worden. Experten hielten diese jedoch für alt: In der Botschaft wurde kein Bezug auf aktuelle Ereignisse genommen, Sawahiri rezitierte vor allem Gedichte.

Scharfe Proteste gegen USA
Bei dem Luftangriff waren nach pakistanischen Geheimdienstinformationen mehrere führende Al-Kaida-Mitglieder getötet worden. Auch 18 Zivilisten starben, unter ihnen Frauen und Kinder. Die pakistanische Regierung hatte gegenüber den USA scharf gegen den Angriff protestiert.

Foto-Serie
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Chefstratege von Al Kaida
Die USA haben auf Sawahiri ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Der Ägypter ist die Nummer zwei im Terror-Netzwerk. Er gilt als Chefideologe und -stratege von Al Kaida. Gemeinsam mit Osama bin Laden soll der 55-Jährige der intellektuelle Wegbereiter der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001, aber auch auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania, sein.

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