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Fernsehreporter in seiner Wohnung ermordet

Russland  

Fernsehreporter in seiner Wohnung ermordet

21.03.2008, 18:04 Uhr | dpa , AFP

Der Fernsehjournalist Iljas Schurpajew wurde tot in seiner Wohnung gefunden (Quelle: dpa)Der Fernsehjournalist Iljas Schurpajew wurde tot in seiner Wohnung gefunden (Quelle: dpa) In Russland ist ein 32 Jahre alter Reporter des staatlichen Fernsehsenders "Erster Kanal" in seiner Wohnung ermordet worden. Der Journalist Iljas Schurpajew sei mit Stichwunden und einem Gürtel um den Hals gefunden worden, meldete die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf die Polizei. Ein Vertreter der Geschäftsführung von des Fernsehsenders bestätigte Schurpajews Tod. "Leider stimmt es. Iljas weilt nicht mehr unter uns", sagte er, ohne Angaben zur Todesursache zu machen.

Video Mord an russischem Reporter

Kein Hinweis auf politisches Motiv

Nach Angaben der Ermittler gab es zunächst keinen Hinweis auf ein berufliches oder politisches Tatmotiv. Schurpajew hatte nach Angaben seines Senders vor allem aus der Unruheregion Dagestan im Nordkaukasus berichtet, woher er auch stammte. In seinem Internet-Tagebuch hatte er zuletzt über Einschränkungen seiner Arbeit in Dagestan geklagt. Er sei aber nie selbst politisch in Erscheinung getreten.

Journalisten-Verband fordert Aufklärung

Die Polizei fahndet nach zwei Männern, die den Journalisten aller Wahrscheinlichkeit nach gut gekannt haben und die er selbst in die Wohnung gelassen habe. Die Täter hätten nach dem Mord die Mietwohnung Schurpajews angezündet, um Spuren zu vernichten. Der Internationale Journalisten-Verband (IFJ) forderte rasche und unabhängige Ermittlungen zum Tod des Fernsehreporters. Der Fall scheine auf einen neuen gezielten Angriff auf Medien hinzuweisen, erklärte der IFJ am Freitag in Brüssel. In den vergangenen Jahren seien Dutzende Journalisten in Russland umgebracht worden, ohne dass sich die Täter vor Gericht verantworten mussten.

Untersuchungen eingeleitet

"Wir sind schockiert über die Umstände von Schurpajews Tod", sagte IFJ-Generalsekretär Aidan White laut einer in Brüssel verbreiteten Mitteilung. "Und wir fürchten, dass dies den Stempel eines gezielten Angriffs auf einen Journalisten trägt, der von der Frontlinie der Konflikte an Russlands Grenzen berichtete." Man habe die russische Partnerorganistion des IFJ gebeten, die Untersuchungen genau zu verfolgen. Der IFJ vertritt nach eigenen Angaben mehr als 600.000 Journalisten in 120 Ländern.

Todesumstände von getöteten Journalisten oft ungeklärt

In Russland kommen jedes Jahr Journalisten gewaltsam ums Leben - oft werden die Todesumstände nie vollständig aufgeklärt. Im November 2006 wurde die Kremlkritikerin Anna Politkowskaja auf dem Weg nach Hause erschossen.

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