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Atomstreit: USA mit neuen Vorwürfen gegen Syrien und Nordkorea

US-Vorwürfe gegen Syrien und Nordkorea  

Damaskus wollte angeblich Plutonium-Reaktor bauen

25.04.2008, 11:26 Uhr | AFP, dpa

Gegenstand der US-Vorwürfe: der mittlerweile von Israel zerstörte Reaktor in Al-Kibar (Quelle: dpa)Gegenstand der US-Vorwürfe: der mittlerweile von Israel zerstörte Reaktor in Al-Kibar (Quelle: dpa) Die US-Regierung hat Nordkorea offiziell beschuldigt, Syrien beim Bau eines Atomreaktors geholfen zu haben. Der bis September 2007 geheim gebaute Reaktor sei nicht für "friedliche Zwecke", sondern dazu bestimmt gewesen, Plutonium für militärische Zwecke zu produzieren, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Donnerstagabend. Syrien müsse nun die Welt über seine Zusammenarbeit mit Nordkorea informieren. Laut einem US-Geheimdienstmitarbeiter zerstörte ein israelischer Luftangriff die Anlage im Militärkomplex Al-Kibar im vergangenen September. Damaskus wies die Anschuldigungen umgehend zurück.

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Ähnliche Anlage wie in Yongbyon

Der diplomatische Prozess zur atomaren Abrüstung Nordkoreas gehe dennoch weiter, hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses. Washington werde im Zuge der Sechs-Länder-Gespräche zwischen den USA, Russland, China, Japan sowie Nord- und Südkorea alles tun, um das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu überwachen. Laut Perino wurde der Reaktor am 6. September 2007 so stark zerstört, dass er nicht mehr zu reparieren war. Die syrischen Behörden hätten alle Beweisspuren beseitigt. Nach US-Medieninformationen hatte die CIA den Kongressabgeordneten zuvor bei einem Briefing einen Videofilm gezeigt, in dem nordkoreanische Arbeiter in der syrischen Anlage zu sehen waren. Dem Bericht zufolge zeigt das Video auch, dass die Anlage weitgehend dem Atomreaktor im nordkoreanischen Yongbyon gleiche, in dem Plutonium für das nordkoreanische Nuklearprogramm produziert wurde.

Atomenergiebehörde soll übernehmen

Ein US-Regierungsvertreter beschuldigte die syrische Regierung, mit dem Bau der Anlage den seit 1970 gültigen Atomwaffensperrvertrag verletzt zu haben. Die USA hätten deshalb IAEA-Direktor Mohamed al-Baradei über ihre Erkenntnisse unterrichtet. Es sei der Wunsch der USA, "dass sich die IAEA des Falls annehme", sagte der US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Syrien weist Vorwürfe "entschieden zurück"

Die syrische Botschaft in den USA wies die "fortwährende Kampagne falscher Anschuldigungen Syriens entschieden zurück". In einer Erklärung forderte sie Washington auf, sich "verantwortungsbewusst" zu verhalten und keine neuen Krisen im Nahen Osten auszulösen. Die Region leide bereits jetzt unter den Folgen einer verfehlten Politik der USA. Zuvor hatte bereits der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari eine syrisch-nordkoreanische Atom-Zusammenarbeit bestritten.

"Völlig normale diplomatische Beziehungen"

Syriens Botschafter in Washington, Imad Mustafa, nannte die Anschuldigungen "lächerlich". Dem US-Nachrichtensender CNN sagte er im Anschluss an einen Besuch im US-Außenministerium, ihm seien Satellitenfotos von einem als "Atomreaktor" bezeichneten Gebäude in der syrischen Wüste vorgelegt worden. Darauf sei kein einziger Wachmann und auch kein Stacheldraht, sondern lediglich leere Häuser zu sehen. Syrien unterhalte "völlig normale diplomatische Beziehungen zu Nordkorea", von einem Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag könne keine Rede sein. Die US-Regierung sei bekannt dafür, "Geschichten über Massenvernichtungswaffen in anderen Ländern zu erfinden", die sich als falsch erwiesen hätten - so wie vor dem Krieg gegen den Irak im Jahr 2003.

Nordkorea-Verhandlungen gefährdet

Der Fall könnte zu ernsten diplomatischen Spannungen Washingtons mit Syrien und Nordkorea führen. US-Präsident George W. Bush möchte bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 einen abschließenden Erfolg bei den Sechser-Verhandlungen zur Schließung der nordkoreanischen Atomanlagen erreichen.

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