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Merkel lässt sich von Chávez nicht provozieren

Vor EU-Lateinamerika-Gipfel  

Merkel lässt sich von Chávez nicht provozieren

16.05.2008, 12:22 Uhr | AFP

Die Bundeskanzlerin bleibt gelassen (Quelle: ddp) Trotz der ständigen Angriffe rechnet Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mit einer Konfrontation mit Venezuelas Staatschef Hugo Chávez auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru. "Ich glaube wir werden uns gut vertragen", sagte die CDU-Politikerin nach ihrer Ankunft in der peruanischen Hauptstadt Lima. Chávez hatte Merkel als Teil der deutschen Rechten, "die Adolf Hitler unterstützt hat", bezeichnet. Auf dem Gipfel wird es zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden kommen: Chávez will an einer Arbeitsgruppe teilnehmen, in der Merkel die Auftaktrede halten soll.

Video Venezuelas Präsident Chávez legt nach
Vor dem Gipfel Chávez greift Merkel erneut an



"Voneinander lernen und profitieren"

Die Kanzlerin wurde in Lima mit militärischen Ehren empfangen und vom peruanischen Staatschef Alan García begrüßt. Merkel versicherte, dass die Europäer ihre Hilfszusagen für die Armutsbekämpfung einhalten werden: "Europa ist bereit, sich hier einzusetzen." Die lateinamerikanischen Staaten müssten aber ganz klar sagen, wo genau sie Unterstützung brauchten. Sie betonte auch, dass die Lateinamerikaner keine Bittsteller seien: "Heute sind Lateinamerika und Europa gleichberechtigte Partner, die voneinander lernen, die voneinander profitieren."

Verantwortung für den Regenwald

Merkel will auf dem Gipfel den verstärkten Anbau von Energiepflanzen wie Zuckerrohr oder Soja zur Produktion von Ethanol thematisieren. Kritiker befürchten eine Gefährdung des Regenwalds durch steigenden Bedarf an neuen Ackerflächen. Merkel wies den Vorwurf zurück, die europäischen Bedenken seien in reinem Protektionismus begründet: "Das ist absolut falsch." Gleichzeitig erinnerte sie die Europäer an ihre Verantwortung für den Regenwald. Dies dürfe nicht nur eine "schöne Überschrift" sein, sondern müsse sich in finanzieller Hilfe niederschlagen.

Brisante Themen geplant

Schwerpunkte des EU-Lateinamerika-Gipfels am Freitag sind die Themen Armutsbekämpfung und sozialer Zusammenhalt sowie Energie, Umwelt und Klimawandel. Zum dem Treffen werden hochrangige Delegationen aus 60 Staaten erwartet. Mexiko soll bei dem Gipfel strategischer Partner der Europäischen Union werden. Brasilien ist dies bereits seit 2007.

Einwöchige Südamerika-Tour

Peru ist nach Brasilien die zweite Station auf Merkels einwöchiger Lateinamerika-Reise. Als weitere Etappen stehen Kolumbien und Mexiko auf dem Programm. Die Kanzlerin wird von einer Bundestagsdelegation begleitet und von Wirtschaftsvertretern vor allem mittelständischer Unternehmen der Bereiche Umwelt- und Verkehrstechnologie. Zuletzt war Helmut Schmidt (SPD) als deutscher Bundeskanzler Ende der 70er Jahre in Peru.

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