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Israel: Bombardierung iranischer Atomanlagen trainiert

Manöver mit Kampfjets  

Israel übt Angriffe auf iranische Atomanlagen

21.06.2008, 22:27 Uhr | dpa

Israel probt möglicherweise die Bombardierung Irans. (Quelle: Reuters)Israel probt möglicherweise die Bombardierung Irans. (Quelle: Reuters) Israel hat Bombenangriffe auf iranische Atomanlagen geprobt. Mehr als 100 Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und F-15 hätten in der ersten Juniwoche an einem Manöver über dem östlichen Mittelmeer und Griechenland teilgenommen, berichtete die "New York Times" und beruft sich dabei auf mehrere US-Regierungsbeamte.

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Angriffe auf Bodenziele simuliert

Rettungshubschrauber und Tankflugzeuge seien rund 1500 Kilometer weit geflogen. Das sei die Entfernung zwischen Israel und den iranischen Atomanlagen in Natans. Die Regierung in Athen bestätigte, dass ein griechisch-israelisches Luftwaffenmanöver zwischen dem 25. Mai und dem 12. Juni im Gebiet der Mittelmeerinsel Kreta stattgefunden habe. Dabei seien auch Angriffe auf Bodenziele simuliert worden. "Es war ein geplantes Manöver im Rahmen der Kooperation der beiden Länder. Jede Seite zieht ihre Schlüsse aus solchen Manövern", sagte ein Sprecher des Athener Verteidigungsministeriums.

Kein Dementi von Israels Armee

Ein israelischer Armeesprecher wollte den Zeitungsbericht weder dementieren noch bestätigen. "Die israelische Luftwaffe trainiert regelmäßig für verschiedene Einsätze, um den Herausforderungen und den Gefahren für Israel entgegenzutreten", sagte der Sprecher in Tel Aviv.

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Russland verlangt Beweise

In einer ersten Reaktion warnte der russische Außenminister Sergej Lawrow vor Gewaltanwendung gegen den Iran, solange es keine Beweise für die Entwicklung von Atomwaffen gebe. "Unsere Partner in den USA und Israel bestehen darauf, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Wir denken, dass in einem solchen Fall Fakten vorgelegt werden müssen, die von der Internationalen Atomenergie-Behörde gestützt werden. Bislang haben wir keine gesehen", zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Chatami droht mit Vergeltung

Eine offizielle Reaktion Teherans zu dem Bericht gab es zunächst nicht. Der konservative Ajatollah Ahmed Chatami warnte während des Freitagsgebetes, dass der Iran auf jeden Angriff hart reagieren werde. Sollten die Feinde des Irans und insbesondere Israel es wagen, Gewalt gegen den Iran anzuwenden, dann werde sie eine entschiedene Antwort diesen Plan bereuen lassen. Chatami bekleidet kein offizielles Regierungsamt.

Ein klares Signal an die Staatengemeinschaft

Dem Bericht der "New York Times" zufolge seien israelische Rettungshubschrauber und Tankflugzeuge während des Manövers rund 1500 Kilometer weit geflogen. Das sei die Entfernung zwischen Israel und den iranischen Atomanlagen in Natans. Die Zeitung zitiert einen Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums, wonach die Übung zwei Ziele hatte. Zum einen sollten die taktischen Details eines Luftangriffes wie beispielsweise das Betanken in der Luft geübt werden. Zum anderen habe Israel eine klare Botschaft an die USA, die Europäische Union, den Iran und andere Länder senden wollen, dass es auch auf eigene Faust reagieren werde, falls die diplomatischen Bemühungen zum Stopp des iranischen Atomprogramms ins Wanken geraten sollten.

"Alle Optionen auf dem Tisch"

Israel betrachtet den Iran als die größte strategische Gefahr für die eigene Sicherheit. Verteidigungsminister Ehud Olmert hatte jüngst in Zeitungsinterviews darauf hingewiesen, dass "alle Optionen auf dem Tisch" seien. Zuletzt sorgte Vizeministerpräsident Schaul Mofas für Schlagzeilen, als er dem Iran mit einem Angriff drohte, falls er sein Atomwaffenprogramm fortsetze. Diese Äußerungen wurden in Israel als Einzelmeinung und Positionierung im Kampf um den Parteivorsitz in der Kadima-Partei angesehen. Israelische Medien berichteten, Olmert befürworte als nächsten Schritt bei den internationalen Sanktionen gegen den Iran eine Seeblockade und ein Lieferboykott von Benzin und Dieselkraftstoff.

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