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47 Zivilisten bei US-Luftangriff getötet

Afghanistan  

47 Zivilisten bei US-Luftangriff getötet

11.07.2008, 18:35 Uhr | dpa, AFP

Die US-geführten internationalen Streitkräfte hatten bestritten, dass Zivilisten bei den Angriffen getötet wurden. (Foto: Reuters)Die US-geführten internationalen Streitkräfte hatten bestritten, dass Zivilisten bei den Angriffen getötet wurden. (Foto: Reuters) Bei US-geführten Luftangriffen im Osten Afghanistans sind am Sonntag nach afghanischen Angaben 47 Zivilisten getötet worden. Bei den Angriffen sei eine Hochzeitsgesellschaft getroffen worden, teilte am Freitag eine vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai eingesetzte neunköpfige Untersuchungskommission mit.

"Wir haben herausgefunden, dass 47 Zivilisten, mehrheitlich Frauen und Kinder, bei dem Luftangriff getötet und dass neun weitere Menschen verletzt wurden", sagte der Kommissionsleiter Burhanullah Schinwari. Es habe keinerlei Verbindung zwischen den radikalislamischen Taliban oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida und den Opfern gegeben.

Im Jahr 2008 bereits 700 Zivilisten getötet

"Wenn sich solche Vorfälle fortsetzen, wird die Bevölkerung zur Regierung auf Distanz gehen", sagte Schinwari weiter. Die US-geführten internationalen Streitkräfte hatten bestritten, dass Zivilisten bei den Angriffen in der östlichen Provinz Nangarhar getötet wurden. Sie hatten von Opfern unter den Aufständischen gesprochen. Derzeit sind rund 70.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert. Seit Anfang 2008 kamen bereits rund 700 Zivilisten ums Leben.

Neun Briten durch eigene Luftwaffe verletzt

Weiter wurden am Mittwoch neun britische Soldaten beim Angriff eines Hubschraubers ihrer eigenen Streitkräfte verletzt. Die Besatzung des Apache-Helikopters habe die Bodentruppen irrtümlich für Taliban-Kämpfer gehalten, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Drei der angegriffenen Soldaten seien schwer verletzt worden, einer von ihnen wurde zur Behandlung in die Heimat geflogen.

Untersuchungen wurden eingeleitet

Die "Friendly Fire"-Attacke habe sich in der umkämpften Helmand-Provinz in Süden Afghanistans ereignet. "Eine britische Patrouille stieß nahe der Basis Gibraltar auf feindliche Kräfte und forderte Luftunterstützung durch einen Apache an", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. "Nachdem der Apache eine feindliche Stellung erfolgreich angegriffen hatte, feuerte seine Crew auf eine weitere Position, von der sie glaubte, dass sich dort feindliche Kräfte aufhalten." Der Irrtum sei im "Durcheinander einer sich rasch ändernden Situation" geschehen. Eine genaue Untersuchung sei eingeleitet worden.


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