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Nicaragua: Präsident Ortega verleiht Margot Honecker einen Orden

DDR-Ministerin und Frau von Erich Honecker  

Nicaragua verleiht Margot Honecker einen Orden

22.07.2008, 10:38 Uhr | AFP

Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega legt Margot Honecker den Orden um (Quelle: Reuters)Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega legt Margot Honecker den Orden um (Quelle: Reuters) Margot Honecker, Witwe des früheren DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker, ist in Nicaragua mit einem Orden geehrt worden. Bei der Feier zum 29. Jahrestag der sandinistischen Revolution in Nicaragua überreichte Präsident Daniel Ortega der 81-Jährigen am Samstag in Managua den Orden für kulturelle Unabhängigkeit "Rubén Darío".

Foto-Serie Margot Honecker

Kampagne gegen Analphabetismus

Damit werde Honeckers unermüdliche Unterstützung der Kampagne gegen Analphabetismus gewürdigt, sagte Nicaraguas First Lady Rosario Murillo. Die Ordensverleihung war Honeckers erster öffentlicher Auftritt, seit sie mit ihrem Mann 1993 nach Chile geflüchtet war.

"Eine lebende Legende"

Margot Honecker nahm den Orden mit einem Lächeln entgegen und umarmte den Staatschef. Sie wechselte einige Worte mit dem sandinistischen Ex-Guerillero und dessen Frau, ergriff aber nicht öffentlich das Wort. Die starke Frau der früheren DDR habe während der Revolutionszeit zwischen 1979 und 1990 unermüdlich für die Alphabetisierung des nicaraguanischen Volkes gekämpft, begründete First Lady Murillo die Ehrung. Außenminister Samuel Santos nannte Honecker gar "eine lebende Legende".

Das Ehepaar Honecker 1977 bei einem Jugendsportfest in Leipzig (Quelle: dpa)Das Ehepaar Honecker 1977 bei einem Jugendsportfest in Leipzig (Quelle: dpa)

Steile Karriere in der DDR

Erich Honeckers zweite Frau, die ihn 1953 heiratete, blickt auf eine steile politische Karriere in der DDR zurück. Mit nur 22 Jahren schaffte die ehrgeizige Tochter eines Schuhmachers als jüngste Abgeordnete den Sprung in die Volkskammer der DDR. Auch in das SED-Zentralkomitee, das höchste Parteiorgan, wurde sie berufen. Von 1963 bis 1989 war Margot Honecker, die selbst nie studiert hatte, Bildungsministerin in der DDR und setzte ihre Vorstellungen mit einem autoritären Stil durch. Unter anderem führte sie den Wehrunterricht in weiterführenden Schulen ein.

"Lila Drache", "Blaue Eminenz"

Viel wurde auch darüber spekuliert, wie groß Margot Honeckers Einfluss auf die Politik ihres Mannes war. Hinter vorgehaltener Hand wurde sie "Lila Drache" oder "Blaue Eminenz" genannt - in Anspielung auf den Blaustich ihrer Haartönung. Nach dem Zusammenbruch der DDR floh sie mit ihrem Mann erst in die Sowjetunion und dann nach Chile. Dort lebt sie noch heute zurückgezogen in der Hauptstadt Santiago.

Verfahren in Deutschland eingestellt

Erich Honecker starb 1994 in Santiago de Chile an Leberkrebs. Ein Prozess in Deutschland gegen ihn im Zusammenhang mit den Todesopfern an der Mauer wurde wegen seiner schweren Krankheit eingestellt. Auch gegen Margot Honecker wurde zeitweise wegen Anstiftung zur Kindesentziehung ermittelt. Sie soll als Ministerin die Verantwortung dafür getragen haben, dass Kinder von Republikflüchtlingen getrennt und zur Zwangsadoption freigegeben wurden. Das Verfahren wurde jedoch wegen Verjährung eingestellt.

Hunderttausende bei Feiern

An den Feiern in Managua nahmen auch die linksgerichteten Staatschefs von Venezuela und Paraguay, Hugo Chávez und Fernando Lugo, teil. Insgesamt versammelten sich hunderttausende Menschen in Nicaraguas Hauptstadt, um den Sturz der Militärdiktatur 1979 durch die Sandinistische Nationale Befreiungsfront (FSLN) zu feiern. Der Befreiungsbewegung stellten sich die von den USA unterstützten rechtsgerichteten Contras entgegen, der Bürgerkrieg endete 1990.

Sie wollen mehr über Honecker oder Ortega wissen? Oder über die FSLN? Dann klicken Sie einfach doppelt auf den entsprechenden Namen oder das Wort und danach in dem kleinen Popup-Fenster auf "Wikipedia". Probieren Sie's mal aus. Das geht übrigens auch mit allen anderen Begriffen, zu denen es Wikipedia-Einträge gibt.

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