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Venezuela weist US-Botschafter aus: Chávez nennt Diplomat "Scheiß-Yankee"

Venezuela, Bolivien und die USA  

"Scheiß-Yankees" gegen "Rebellen-Unterstützer"

13.09.2008, 00:05 Uhr | AFP

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat den amerikanischen Botschafter mit einer Verbalattacke seines Landes verwiesen (Quelle: Reuters)Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat den amerikanischen Botschafter mit einer Verbalattacke seines Landes verwiesen (Quelle: Reuters) Der diplomatische Schlagabtausch der USA mit Bolivien und Venezuela verschärft sich weiter. Die US-Regierung wies am Freitag nunmehr auch den venezolanischen Botschafter aus dem Land aus. Damit reagierten sie auf die Ausweisung ihres Botschafters aus Caracas und die Äußerungen des Venezuelanischen Staatschefs Hugo Chavez, der die USA als "Scheiß-Yankees" beschimpft hatte.

Kurz zuvor fror Washington die US-Vermögen von zwei ranghohen Geheimdienstbeamten aus Caracas ein. Eine ähnliche Strafmaßnahme wurde zudem gegen den früheren Innenminister Ramon Rodriguez Chacin verfügt, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Ihnen wird vorgeworfen, linke Rebellen im Nachbarstaat Kolumbien unterstützt zu haben. Washington antwortete damit auf die Ausweisung seiner Botschafter aus Bolivien und Venezuela.

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Südamerikanische Solidarität

Am Donnerstag hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez den US-Botschafter in Caracas, Philip Goldberg, ausgewiesen und seinen eigenen Spitzendiplomaten aus Washington zurückgerufen. Chávez solidarisierte sich damit nach eigenen Angaben mit Bolivien, dessen Präsident Evo Morales zuvor den US-Botschafter in La Paz zur "unerwünschten Person" erklärt hatte. Er habe aus Solidarität mit Bolivien gehandelt, sagte Chávez. "Scheiß-Yankees, geht zum Teufel", schimpfte der international umstrittene Präsident. Die USA wiesen die Vorwürfe von Morales zurück und forderten ihrerseits den bolivianischen Botschafter zum Verlassen des Landes auf.

USA sehen Beziehungen schwer geschädigt

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, nannte die Maßnahmen der beiden Präsidenten einen "verzweifelten Schritt", um dem wachsenden internen Widerstand im eigenen Land zu begegnen. Die Schritte spiegelten die Schwäche von Morales und Chavez angesichts von innenpolitischen Herausforderungen und ihre Unfähigkeit, "effektiv" mit dem Ausland zu kommunizieren, "um Unterstützung von außen aufzubauen". Die Vorwürfe gegen US-Botschafter Goldberg, die Opposition zu unterstützen und die Spaltung Boliviens zu betreiben, seien "haltlos". Ihn auszuweisen, sei ein "schwerer Fehler", der die beiderseitigen Beziehungen "ernsthaft beschädigt" habe.

Bolivien will weiterhin wirtschaftliche Zusammenarbeit

Morales hatte Goldberg der Unterstützung der Opposition bezichtigt und ihn aufgefordert, Bolivien zu verlassen. Eine entsprechende Note sei dem Diplomaten am Donnerstag übergeben worden, sagte Außenminister David Choquehuanca. "Ein ausgewiesener Diplomat hat 48 bis 72 Stunden für die Ausreise", fügte er hinzu. "Wir wollen, dass sie (die USA) einen anderen Botschafter benennen, aber in der diplomatischen Note betonen wir, dass wir die wirtschaftlichen Beziehungen auch weiterhin aufrechterhalten wollen", sagte Choquehuanca weiter.

Umverteilung sorgt für Unruhen

Unterdessen verschärfte sich in Bolivien der Konflikt zwischen Indio-Präsident Morales und den von der Opposition dominierten Regionen des Landes. Bei gewaltsamen Zusammenstößen von Anhängern beider Seiten kamen am Donnerstag nach neuen Angaben mindestens zehn Menschen ums Leben. Etwa 60 weitere wurden nach Medienberichten verletzt. Kern des Konflikts ist der Versuch von Morales, den Wohlstand aus dem rohstoffreichen Osten und Süden des Landes zugunsten der vor allem im westlichen Hochland lebenden und seit Jahrhunderten benachteiligten Indios umzuverteilen.

Staatschefs unterstützen Morales

Chávez warnte vor einem Sturz der Regierung Morales und drohte mit einem Eingreifen. "Ohne mich in interne Angelegenheiten Boliviens einmischen zu wollen, appelliere ich an die Militärs in Bolivien: Wenn Evo gestürzt wird, wenn Evo getötet wird, dann glaubt mir, dass ich in dem Fall grünes Licht haben werde, um jede bewaffnete Bewegung in Bolivien zu unterstützen". Auch Brasilien, Argentinien und Chile erklärten sich solidarisch mit Morales und boten ihre Vermittlung in dem Konflikt an.

Oberste Geheimdienstler sollen FARC geholfen haben

Die US-Strafmaßnahmen trafen am Freitag die obersten Geheimdienstler Venezuelas. Nach Washingtoner Lesart sollen der Direktor des militärischen Geheimdienstes, Hugo Armando Carvajal Barros und der zivile Geheimdienstchef Henry de Jesus Rangel Silva den Rebellen der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) Geld und Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben.

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