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Kärnten: Jörg Haider war bei Verkehrsunfall betrunken

Unfalltod in Kärnten  

Jörg Haider war stark betrunken

20.10.2008, 13:26 Uhr | dapd, AFP, dpa

Jörg Haider starb bei einem Autounfall (Fotos: Imago)Jörg Haider starb bei einem Autounfall (Fotos: Imago) Der am Wochenende bei einem Autounfall gestorbene österreichische Rechtspopulist Jörg Haider war betrunken gefahren. Bei dem Toten seien 1,8 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden, sagte Stefan Petzner, der langjährige Sprecher Haiders, am Mittwoch.

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Video Haider bei Unfall alkoholisiert
Foto-Serie Der Rechtspopulist Jörg Haider
Unfalltod Haider fuhr viel zu schnell

Keine Stellungnahme der Behörden

"Es ist richtig, dass Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war. Ich kann und muss das bestätigen", sagte Petzner, der Haiders Nachfolger als Vorsitzender des rechtspopulistischen Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) ist. Haider habe gerne Feste gefeiert. Eine Stellungnahme der Behörden und der Familie werde es nicht geben.

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So viel wie zehn doppelte Schnäpse

Die österreichische Nachrichtenagentur APA zitierte einen namentlich nicht genannten Ernährungsexperten mit der Aussage, dass Haider eine Alkoholmenge zu sich genommen haben muss, die zehn doppelten Schnäpsen entsprechen würde, um auf 1,8 Promille zu kommen. Normalerweise würden Menschen bei einem solchen Wert schon beim Gehen schwanken, sagte der Experte.

Appell an die Medien

Petzner forderte die Medien auf, nicht mehr über Haiders Unfalltod zu berichten und dessen Familie nicht mit Bitten um eine Stellungnahme zu belasten. Bei dem Unfall sei kein anderer verletzt worden, "sondern Jörg Haider selbst hat den höchsten Preis gezahlt, den man zahlen kann, nämlich sein Leben." Der Unfall erreiche damit "eine Dimension, die nicht mehr die öffentliche Person Jörg Haider betrifft, sondern die Privatperson". Er werde "alles tun", um Haiders Familie zu schützen, sagte Petzner.

Doppelt so schnell wie erlaubt

Der Kärntner Landeshauptmann war in der Nacht zum Samstag kurz nach 1 Uhr auf dem Heimweg von einer politischen Veranstaltung mit seinem Dienstwagen mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler geprallt und hatte mehrere tödliche Verletzungen erlitten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt hatte der VW Phaeton Haiders zum Unfallzeitpunkt eine Geschwindigkeit von 142 Stundenkilometern - erlaubt war an der Stelle Tempo 70.

Schock und Trauer in Österreich

Haiders plötzlicher Tod hat bei vielen Österreichern einen Schock und tiefe Trauer ausgelöst. An der Unfallstelle und vor seinem Amtssitz in Kärnten erstreckt sich seit Tagen ein Meer aus Kerzen und Blumen. Bis zu 6000 Menschen haben sich bisher in das Kondolenzbuch eingetragen. Zu der Trauerfeier am Samstag in Klagenfurt werden 30.000 bis 50.000 Menschen erwartet. Ab Donnerstag wird der Leichnam aufgebahrt. Am Freitag sollen alle Kärntner Schüler des Landeshauptmanns in einer Andacht in der vierten Schulstunde gedenken, berichtete der Sender ORF.

FPÖ: Haider hat Großes geleistet

Haiders frühere Partei, die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), gedachte des verstorbenen Politikers. Haider habe Großes geleistet und jahrzehntelang die FPÖ mitgestaltet, sagte Parteichef Heinz-Christian Strache. Die FPÖ werde Haider "geschlossen" die letzte Ehre erweisen. Ein Streit mit seinem Rivalen Strache hatte Haider 2005 zum Rückzug aus der FPÖ gezwungen. Er gründete daraufhin die BZÖ, die bei den Parlamentswahlen Ende September einen Stimmenanteil von elf Prozent erreichte.


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