Sie sind hier: Home > Politik > Ausland >

Indien: Die Zahl der Toten nach Bombenserie steigt auf über 70

Bombenserie in Indien  

Die Zahl der Toten steigt auf über 70

31.10.2008, 13:37 Uhr | dpa, dapd

In Assam detonierten in kurzer Zeit 13 Bomben (Foto: AFP)In Assam detonierten in kurzer Zeit 13 Bomben (Foto: AFP) Nach der bislang schwersten Bombenserie im Nordosten Indiens ist die Zahl der Toten im Bundesstaat Assam auf mehr als 70 gestiegen. Ein Polizeisprecher in Assams Hauptstadt Guwahati sagte am Freitag, mehrere der über 400 Verletzten seien in der Nacht zuvor gestorben.

Nach Polizeiangaben waren am Donnerstag in Guwahati und in zwei westlichen Distrikten des Bundesstaates binnen weniger Minuten 13 Bomben detoniert. Alleine in Guwahati seien 43 Tote zu beklagen, sagte der Polizeisprecher.

Video Krawalle nach Bombenserie
Mehr aktuelle Nachrichten

Medien: Mehrere Verdächtige festgenommen

Indische Medien berichteten von mehreren Festnahmen, was die Polizei zunächst nicht bestätigte. Der indische Innenminister Shivraj Patil wollte am Freitag nach Assam reisen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der derzeit Indien besucht, verurteilte den "Terrorakt, der auf Zivilisten zielte".

Polizei verdächtigt Separatisten

Die Nachrichtenagentur IANS zitierte einen ungenannten Polizeioffizier mit den Worten, die Ermittlungen kämen gut voran. Indische Medien berichteten, die Polizei verdächtige die separatistische Vereinte Befreiungsfront Assams (ULFA). Sie habe die Anschläge möglicherweise gemeinsam mit der muslimischen Extremistengruppe Harkat-ul-Jehadi (HUJI) aus dem benachbarten Bangladesch verübt. Die ULFA wies eine Beteiligung zurück. Die Polizei hatte in Assam im vergangenen Monat sieben mutmaßliche HUJI-Anhänger erschossen. Die Behörden hatten anschließend vor Anschlägen gewarnt.

Streit um Rohstoffe

In Assam und anderen nordostindischen Bundesstaaten kämpfen neben der ULFA zahlreiche andere militante Gruppen für Autonomie oder Unabhängigkeit. Die Separatisten werfen der Zentralregierung in Neu-Delhi vor, die natürlichen Rohstoffe von Assam auszubeuten, ohne die indigene Bevölkerung an den Einnahmen zu beteiligen. Assam liegt als isolierte Region zwischen Bangladesch, Bhutan, China und Birma; nur ein schmaler Korridor verbindet den Unionsstaat mit dem übrigen Indien.

20.000 Menschen starben bisher

Alleine in Assam kostete die Gewalt der Separatisten in den vergangenen knapp 30 Jahren mehr als 20.000 Menschen das Leben. In Indien gab es in diesem Jahr bereits mehrere Serien von Bombenexplosionen mit vielen Toten, darunter am 13. September in der Hauptstadt Neu Delhi.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal