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USA: CIA vernichtet Videos mit umstrittenen Verhörmethoden

US-Geheimdienst CIA  

Videos mit umstrittenen Verhörmethoden vernichtet

03.03.2009, 07:34 Uhr | dpa

Szene aus einem Film von Amnesty International über die Praxis des "Waterboarding" (Foto: dpa)Szene aus einem Film von Amnesty International über die Praxis des "Waterboarding" (Foto: dpa)

Der US-Geheimdienst CIA hat offenbar weitaus mehr Videobänder mit Aufnahmen umstrittener Verhörmethoden zerstört als bisher eingestanden. CIA-Chef Michael Hayden hatte im Dezember lediglich erklärt, der Geheimdienst habe 2005 einige Videobänder aus dem Jahr 2002 vernichtet. In einem Schreiben des Anwalts der US-Regierung, Lev Dassin, ist jetzt von 92 zerstörten Videos die Rede.

Der Anwalt der Bürgerrechtsbewegung American Civil Liberties Union (ACLU), Anrit Singh, sieht in der hohen Zahl der zerstörten Videos einen Beweis, dass der Geheimdienst "systematisch" Beweismaterial für seine "illegalen Verhöre" vernichtet.

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Prozess angestrengt

Wegen der umstrittenen Methoden hat die ACLU einen Prozess gegen die CIA angestrengt. Der zuständige Richter Alvin Hellerstein, solle dem Geheimdienst jetzt eine Frist bis kommenden Freitag gewähren, um eine Liste mit den zerstörten Videobändern und deren Inhalten zusammenstellen zu können, beantragte Anwalt Dassin.

Justizminister: "Waterboarding" ist Folter

Die CIA griff nach eigenen Angaben in ihrem Anti-Terror-Kampf nach den Anschlägen vom 11. September bei Verhören von Terrorverdächtigen auf Methoden wie das "Waterboarding" zurück, bei dem die Verhörten das Gefühl haben, sie würden ertrinken. US-Justizminister Eric Holder bezeichnete "Waterboarding" als "Folter" und versicherte, dass sein Ministerium diese Verhörmethode weder rechtfertigen noch dulden werde.

Obama will Rechtsstaatsimage reparieren

Die Anwendung von Folter verstoße gegen "amerikanische Werte" und gefährde "unsere eigenen tapferen Soldaten", sollten sie in Feindeshand geraten, sagte Holder in einer Rede vor dem "Jewish Council for Public Affairs". US-Präsident Barack Obama hat Holder damit beauftragt, das durch das Gefangenenlager Guantánamo, CIA-Geheimgefängisse und Foltervorwürfe angeschlagene Rechtsstaatsimage der USA zu reparieren.


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